05 June 2026, 18:18

40 Jahre Junge Freiheit: Vom Fahrradkarton zur politischen Kampfschrift

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

40 Jahre Junge Freiheit: Vom Fahrradkarton zur politischen Kampfschrift

Vor vierzig Jahren gründete Dieter Stein mit nur 18 Jahren die Junge Freiheit (JF). Was als kleines Projekt mit einer Auflage von 400 Exemplaren begann, die er in einem Pappkarton auf dem Fahrrad mit nach Hause nahm, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Medium, das sowohl heftige Ablehnung als auch juristische Kontroversen auslöste.

1986 ins Leben gerufen, startete die JF ohne finanzielle Unterstützung. Die Mitwirkenden übernahmen selbst die Druckkosten, da die frühen Ausgaben keine Gewinne abwarfen. Trotz des bescheidenen Beginns zog das Magazin schnell Aufmerksamkeit auf sich – nicht immer wohlwollend.

1993 demonstrierten rund 2.000 Menschen gegen die JF und kritisierten ihre konservative Haltung. Zwei Jahre später wurde Steins Auto vor der Redaktion in Berlin in Brand gesteckt. Der Vorfall ereignete sich nach seinem Entschluss, das Magazin noch vor dem offiziellen Umzug der Bundesregierung nach der Wiedervereinigung in die Hauptstadt zu verlegen.

Auch Leser sahen sich mit Misstrauen konfrontiert: Manche fürchteten, allein wegen des Lesens der JF abgehört zu werden. Stein verwies später auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2005, das bestätigte, dass Geheimdienstberichte Grundrechte verletzen können – für ihn eine Bestätigung seiner Bedenken.

Stein, der sich selbst als konservativ bezeichnet, betont seit jeher Familie, Glauben und Nation als seine Leitprinzipien. Noch Jahrzehnte später sorgt seine Rolle als Herausgeber für Diskussionen. Zum 40-jährigen Jubiläum der Zeitschrift stellte ihm sogar sein eigenes Social-Media-Team unbequeme Fragen zum Erbe des Blattes.

Vom handverteilten Druckwerk zu einem Magazin, das politische Debatten prägte: Die JF blieb stets umstritten. Steins frühe Kämpfe – finanziell, rechtlich und persönlich – spiegeln den konfliktbeladenen Weg der Publikation wider. Heute gilt sie als polarisierende Stimme im deutschen Medienland, untrennbar verbunden mit der kompromisslosen Vision ihres Gründers.

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