24 May 2026, 04:28

AfD plant radikale Bildungsreformen in Sachsen-Anhalt – was das bedeutet

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Warnungen vor AfD-Regierungsbeteiligung und ihren Folgen für Bildung, Gleichheit und Polizei

AfD plant radikale Bildungsreformen in Sachsen-Anhalt – was das bedeutet

Die rechtspopulistische AfD treibt in Sachsen-Anhalt weitreichende Veränderungen voran, falls sie an die Regierung kommt. Zu den geplanten Reformen gehören die Abschaffung der Schulpflicht, eine grundlegende Umgestaltung der Lehrpläne sowie die Auflösung inklusiver Klassen. Kritiker warnen, dass diese Pläne das Bildungssystem und öffentliche Einrichtungen des Landes drastisch verändern könnten.

Die Bildungsagenda der AfD sorgt für breite Besorgnis. Die Partei will die allgemeine Schulpflicht abschaffen und die bestehenden Lehrpläne durch einen Schwerpunkt auf „Heimatkunde“ ersetzen. Zudem plant sie, inklusive Klassen – in denen Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden – abzuschaffen. Maik Reichel, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, befürchtet, dass die Arbeit seiner Behörde unter AfD-Führung stark einseitig geprägt würde. Er bezeichnet ihren Ansatz als eine „extrem verengte Bildungs- und Kulturpolitik“.

Auch die Lehrergewerkschaften schlagen Alarm. Malte Gerken von der Bildungsgewerkschaft GEW sagt voraus, dass viele Pädagogen Sachsen-Anhalt verlassen würden, sollten die AfD-Pläne umgesetzt werden. Eva Gerth, Landesvorsitzende der GEW, warnt, dass unter einer AfD-geführten Regierung weniger Forscher und Studierende in die Region kommen würden.

Über den Bildungsbereich hinaus strebt die AfD die Abschaffung des Amtes von Sarah Schulze als Gleichstellungsbeauftragte an. Stattdessen soll eine „Familienbeauftragte“ eingeführt werden, die höhere Geburtenraten fördern soll. Schulze kritisierte den Vorstoß öffentlich als „Rückschritt für die Gleichstellung“.

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Die Partei plant zudem, die Landeszentrale für politische Bildung durch ein neues „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ zu ersetzen. Unterdessen betonte Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalts, wie wichtig die Unabhängigkeit der Beamten sei. Sie forderte jede künftige Regierung auf, die Autonomie der Polizei zu wahren und politische Einmischung zu vermeiden.

Die AfD-Vorschläge würden zentrale Institutionen in Sachsen-Anhalt grundlegend umgestalten – von Schulen bis hin zu öffentlichen Behörden. Bei einer Umsetzung könnten die Änderungen zu Lehrkräftemangel, sinkendem akademischem Interesse an der Region und einer Neuausrichtung der politischen Bildung führen. Auch die Unabhängigkeit der Polizei und die Gleichstellungspolitik stünden vor tiefgreifenden Veränderungen.

Quelle