AfD stagniert bei 20 Prozent – doch im Osten bleibt sie stark wie nie
Gönül Jacobi JäckelAfD stagniert bei 20 Prozent – doch im Osten bleibt sie stark wie nie
Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) könnte ihr maximales Wählerpotenzial erreicht haben. Umfragen zufolge planen bundesweit 20 Prozent der Wahlberechtigten, die Partei zu wählen, weitere 8 Prozent können sich dies vorstellen. Doch die Unterstützung variiert deutlich zwischen Ost und West.
In Westdeutschland könnten sich 24 Prozent der Wähler eine Stimme für die AfD vorstellen. In Ostdeutschland liegt dieser Wert bei 41 Prozent. Dennoch lehnen rund 60 Prozent der Ostdeutschen eine Wahl der Partei weiterhin ab.
Die sozialdemokratische SPD verfügt weiterhin über eine breite potenzielle Wählerbasis: 46 Prozent der Wahlberechtigten tendieren in ihre Richtung. Fast die Hälfte der Deutschen steht der Partei nach wie vor positiv gegenüber. Doch ihre Schwerpunktsetzung auf Themen wie Mindestlohn und Bürgergeld hat Millionen in stabilen Industriejobs entfremdet.
Die Unionsparteien CDU und CSU kommen gemeinsam auf ein potenzielles Wählerpotenzial von 45 Prozent. Viele Anhänger dieser Gruppe fühlen sich von der aktuellen Parteiführung und deren Politik nicht mehr vertreten. Der Politikwissenschaftler Manfred Güllner warnt, dass bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September eine absolute Mehrheit der AfD weiterhin möglich sei. Eine Mobilisierung der gemäßigteren Wähler könnte ein solches Ergebnis noch verhindern.
Obwohl das Wachstum der AfD ins Stocken geraten sein könnte, bleibt ihre regionale Stärke bestehen. SPD und Union verfügen zwar über große potenzielle Wählerreserven, tun sich aber schwer, enttäuschte Wähler zu erreichen. Die anstehende Wahl in Sachsen-Anhalt wird zeigen, ob eine Mobilisierung der Mitte die Ambitionen der Rechtspopulisten bremsen kann.
