23 May 2026, 16:28

Antifeministische Angriffe: Gleichstellungsbeauftragte kämpfen um ihre Sicherheit und Unterstützung

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Antifeministische Angriffe: Gleichstellungsbeauftragte kämpfen um ihre Sicherheit und Unterstützung

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich einer wachsenden Feindseligkeit ausgesetzt, da antifeministische Angriffe immer häufiger werden. Ein neuer Bericht zeigt, dass 63 Prozent dieser Beauftragten gezielte Aggressionen erlebt haben – viele Vorfälle ereigneten sich allein in den letzten zwei Jahren. Der Anstieg der Feindseligkeit fällt mit einer generellen Zunahme antifeministischer Aktivitäten im Land zusammen.

Die Meldestelle Antifeminismus verzeichnete 2024 bereits 558 Vorfälle – im Schnitt fast zehn pro Woche. Die Angriffe reichen von verbalen Beleidigungen bis hin zu körperlicher Einschüchterung; einige Beauftragte berichten, dass rechtsextreme Aktivist:innen vor ihren Häusern aufgetaucht seien. In einem Fall wurde eine Gleichstellungsbeauftragte aus Baden-Württemberg direkt ins Visier genommen, nachdem sie sich zu einem umstrittenen Thema geäußert hatte.

Auch Vandalismus ist zu einem sichtbaren Zeichen des Backlashs geworden. Orangefarbene Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt worden waren, wurden in mehreren Städten beschädigt. In Osnabrück wurde eine Bank mit Graffiti beschmiert, in Wiesbaden verschwand eine komplett. In Annweiler veränderten Vandalen den Slogan der Kampagne.

Neben den physischen Angriffen kämpfen die Beauftragten mit Kürzungen der Mittel und schwindender politischer Unterstützung. Auf dem jüngsten BAG-Kongress in Lübeck stand das Motto Kurs halten in antifeministischen Gewässern – ein Zeichen für die wachsenden Herausforderungen. Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats, warnte, dass Antifeminismus längst kein Randphänomen der extremen Rechten mehr sei, sondern in der Breite an Zuspruch gewinne.

Als Reaktion bilden Gleichstellungsbeauftragte nun Bündnisse und Netzwerke, um Strategien auszutauschen und dem Backlash standzuhalten. Ihre Bemühungen kommen zu einer Zeit, in der sich Antifeminismus zu einer organisierten politischen Bewegung entwickelt, die nicht nur Frauenrechte, sondern auch queere Rechte und progressive Politik angreift.

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Die Zunahme der Angriffe zwingt die Beauftragten, sich anzupassen – sie setzen auf Solidarität und kollektives Handeln. Doch mit steigenden Vorfällen und bedrohten Finanzmitteln wird ihre Arbeit zunehmend erschwert. Der Trend deutet auf einen größeren Wandel in der deutschen Politiklandschaft hin, in der antifeministische Haltungen sichtbarer und organisierter werden.

Quelle