Apotheken kämpfen mit Verlusten bei pharmazeutischen Dienstleistungen – Studie zeigt dramatische Lage
Gönül Jacobi JäckelApotheken kämpfen mit Verlusten bei pharmazeutischen Dienstleistungen – Studie zeigt dramatische Lage
Eine neue Studie zeigt, dass viele deutsche Apotheken mit remunerierten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) kaum Gewinne erzielen können. Trotz ihrer Fachkompetenz zwingen finanzielle Verluste und betriebliche Herausforderungen manche Betreiber dazu, das Angebot dieser Programme zu überdenken. Die Ergebnisse werfen Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit solcher Dienstleistungen bundesweit auf.
Die von der Freien Apothekerschaft in Auftrag gegebene Untersuchung ergab, dass mehr als die Hälfte der Apotheken bei Bluthochdruck-Risikobewertungen Verluste macht. Jede dieser Bewertungen wird mit netto 11,20 Euro vergütet, doch nur etwa jede dritte Apotheke schafft es, damit schwarze Zahlen zu schreiben. Diese finanzielle Belastung geht einher mit weiteren Problemen wie Personalmangel, hohem Verwaltungsaufwand und begrenztem Platz in vielen Apotheken.
Neben den finanziellen Hürden verschärfen berufsübergreifende Spannungen die Situation. Die Freie Apothekerschaft betont, dass Apotheken über die nötige Expertise verfügen, um pDL-Dienstleistungen effektiv anzubieten – die aktuellen Vergütungssätze decken jedoch die Kosten nicht. Gleichzeitig bleibt ein Topf von 537 Millionen Euro für pDL ungenutzt, obwohl die Nachfrage nach diesen Leistungen trotz steigender Abrechnungen der Apotheken schwach bleibt.
Gesundheitsministerin Nina Warken schlug kürzlich vor, die ungenutzten pDL-Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuleiten. Die Studie warnt jedoch, dass dieser Ansatz das Problem verschlimmern könnte. Stattdessen unterstützt sie die Forderung des Deutschen Apothekerverbands nach höheren und nachhaltigen pDL-Vergütungssätzen.
Der Bericht appelliert an die Politik, die Vergütung für pDL so anzupassen, dass Apotheken diese Dienstleistungen ohne Verluste anbieten können. Ohne Reformen bleibt die wirtschaftliche Machbarkeit der pDL-Programme gefährdet – mit potenziellen Einschränkungen ihrer Verfügbarkeit in ganz Deutschland. Die Studie unterstreicht, dass sowohl Finanzreformen als auch betriebliche Unterstützung nötig sind, um ihre Zukunft zu sichern.






