18 March 2026, 00:56

Ärzte blockieren Digitalisierung: Warum die ePA im Gesundheitswesen scheitert

Eine Liniendiagramm, das das Verhältnis von Arbeitnehmern im Privatsektor zu Sozialversicherten zeigt, mit begleitendem Text.

Ärzte blockieren Digitalisierung: Warum die ePA im Gesundheitswesen scheitert

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) fordert eine schnellere digitale Transformation im Gesundheitswesen. Die Organisation betont die Notwendigkeit stabiler, nutzerfreundlicher Systeme, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Doch viele Ärztinnen und Ärzte stehen den aktuellen digitalen Werkzeugen skeptisch gegenüber – insbesondere der elektronischen Patientenakte (ePA).

Laut PKV ist die Digitalisierung ein zentraler Baustein der modernen Medizin. Vorgeschlagen werden interoperable Terminplattformen, telemedizinische Angebote und automatisierte Dokumentation, um Praxen zu entlasten. Private Versicherer heben zudem ihre Rolle bei der Stärkung der ambulanten Versorgung und der Gewinnung von Ärzten für unterversorgte Regionen hervor.

Doch die 2021 eingeführte ePA stößt auf massive Kritik: Rund 65 Prozent der Mediziner halten die Datenschutzmaßnahmen für unzureichend, 84 Prozent sehen keinen praktischen Nutzen im Praxisalltag. Im Bundestag wurden Bedenken zur Vertrauenswürdigkeit und Funktionalität thematisiert – die AfD-Fraktion sprach gar vom "Zusammenbruch des öffentlichen Vertrauens" in das Projekt.

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Der PKV pocht auf eine zuverlässige technische Infrastruktur mit möglichst wenigen Störungen. Gefordert werden mehr Wettbewerb unter den Anbietern und eine zügigere Umsetzung digitaler Lösungen. Vor allem ländliche Gebiete kämpfen jedoch mit schlechter Breitbandversorgung und eingeschränkter Mobilität, was den digitalen Zugang im Land ungleich verteilt.

Während der PKV für eine flächendeckende Digitalisierung wirbt, bleibt der Widerstand unter Ärzten groß. Die geringe Nutzung der ePA und Sicherheitsbedenken zeigen: Für Fortschritte in der digitalen Gesundheitsversorgung müssen sowohl die technische Stabilität als auch das Vertrauen der Behandler gestärkt werden.

AKTUALISIERUNG

ePA bekommt neue Funktionen, um die Adoption durch Ärzte zu fördern

Das elektronische Patientenrecord (ePA) wird bis Mitte 2026 erweiterte Funktionen erhalten, um medizinische Bedenken anzugehen. Ärzte werden dann in der Lage sein:

  • Nicht-elektronische verschreibungspflichtige Arzneimittel zu den digitalen Medikationslisten der Patienten hinzuzufügen
  • Strukturierte elektronische Medikationspläne für die Therapieüberwachung zu erstellen Diese Änderungen zielen darauf ab, die praktische Brauchbarkeit im täglichen Einsatz zu verbessern und direkt auf Beschwerden über die begrenzte Funktionalität des ePA zu reagieren. Die Aktualisierungen konzentrieren sich auf eine sicherere Medikationsverwaltung durch verbesserte Dokumentation.