Aschura-Marsch in Berlin löst Debatte über Kinderinszenierung und politische Botschaften aus
Jessika FröhlichAschura-Marsch in Berlin löst Debatte über Kinderinszenierung und politische Botschaften aus
Umzug in Berlin zum schiitischen Fest Aschura löst Kontroverse aus
Eine Demonstration in Berlin anlässlich des schiitischen religiösen Festes Aschura hat für Aufsehen gesorgt. Die als Aschura-Marsch bekannte Veranstaltung geriet in die Kritik, nachdem Kinder bei einer Nachstellung einer historischen Entführung eingesetzt wurden. Behörden und Menschenrechtsorganisationen verurteilten die Darstellung als unangemessen und politisch aufgeladen.
An dem Marsch nahmen rund 600 Menschen bei extremer Hitze teil, mit Temperaturen von bis zu 40°C. Mehrere Teilnehmer mussten wegen hitzebedingter Beschwerden medizinisch versorgt werden, doch die Veranstaltung verlief weitgehend friedlich.
Während der Kundgebung wurden Kinder aneinandergebunden und von einem in Gelb gekleideten Mann geführt – Teil einer theatralischen Szene. Der zuständige Beamte stoppte die Darstellung umgehend in einem Gespräch mit den Organisatoren. Der Veranstalter kam der Anweisung nach und beendete die Nachstellung mit den Kindern.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verurteilte den Einsatz der Kinder in der Szene scharf. Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) kritisierte die Demonstration und bezeichnete sie als islamistisch sowie politisch instrumentalisiert durch die Führung Irans.
Nach dem Stopp der umstrittenen Darstellung verlief der Aschura-Marsch ohne weitere Zwischenfälle. Behörden und Interessensverbände fordern nun eine strengere Prüfung, wie Kinder in solche Veranstaltungen einbezogen werden. Der Vorfall wirft Fragen nach den Grenzen religiöser Ausdrucksformen und politischer Botschaften auf.
