Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach sechs Wochen Verzögerung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Ayten KarzBahnstrecke Hamburg–Berlin nach sechs Wochen Verzögerung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach sechs Wochen Verspätung endlich wieder in Betrieb
Die Strecke ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Deutschen Bahn, das bis Mitte der 2030er-Jahre bundesweit Eisenbahnstrecken auf den neuesten Stand bringen soll. Doch das Projekt war von Anfang an von Rückschlägen geprägt.
Die Strecke wurde Anfang August für umfangreiche Sanierungsarbeiten gesperrt. Fernzüge wurden umgeleitet, Regionalreisende mussten auf Ersatzbusse ausweichen. Ursprünglich sollte die Modernisierung bis Anfang Mai abgeschlossen sein, doch durch gefrorenen Boden im Januar und Februar kamen die Bauarbeiten zum Erliegen.
Der harte Winter verzögerte die Wiedereröffnung bis Mitte Juni. Auch die Kosten explodierten: Statt der geplanten 2,2 Milliarden Euro werden nun rund 2,7 Milliarden fällig. Ein einkalkulierter Puffer von 300 Millionen Euro wurde durch die Verzögerungen vollständig aufgebraucht.
Doch mit der Wiedereröffnung waren die Probleme nicht behoben. Aufzüge fielen sofort aus, und der Zugbetrieb lief nicht wie vorgesehen. Branchenkritiker hinterfragen zudem die Strategie großflächiger Vollsperrungen, da es immer wieder zu Kostenüberschreitungen und langen Behinderungen kommt.
Auch das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte nicht wie geplant installiert werden. Das bedeutet, dass in fünf bis zehn Jahren eine weitere großangelegte Sperrung nötig sein wird.
Die Strecke ist zwar nun wieder befahrbar, doch die Modernisierung hinterlässt bleibende Probleme: Die Kosten sind deutlich gestiegen, und weitere Arbeiten stehen in Zukunft an. Das Projekt zeigt, wie herausfordernd großangelegte Bahnmodernisierungen unter schwierigen Bedingungen sind.
