Banaszak will junge Männer mit Pink und Playboy für die Grünen gewinnen
Claudio WiekBanaszak will junge Männer mit Pink und Playboy für die Grünen gewinnen
Grünen-Chef Felix Banaszak will junge Männer für progressive Politik gewinnen – mit Playboy-Interview und pinkfarbenem Büro
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich für einen neuen Ansatz ein, um junge Männer für progressive Politik zu begeistern. Dazu gehörte kürzlich ein Interview mit Playboy sowie der Appell an Männer, ihre Rolle bei der Ungleichheit der Geschlechter zu reflektieren. Doch seine Ideen stoßen sowohl auf Zustimmung als auch auf scharfe Kritik.
Eine auffällige Besonderheit an Banaszak ist seine Vorliebe für die Farbe Pink – die Wände seines Büros sind inzwischen in diesem Ton gestrichen, was in politischen Kreisen ungewöhnlich wirkt.
Dass sich die Grünen mit Männerthemen beschäftigen, ist nicht neu. Bereits 2010 veröffentlichten 21 Parteipolitiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich“. Darin forderten sie Männer auf, traditionelle Rollenbilder infrage zu stellen und Macht mit Frauen zu teilen.
Kürzlich räumte Banaszak ein, sich für die Rolle der Männer bei der Ermöglichung von Gewalt gegen Frauen zu schämen. Er argumentierte, dass starre Geschlechterklischees sowohl Männer als auch Frauen schädigten und dass Männer Feminismus aktiv unterstützen sollten. Sein Vorstoß, innerhalb der Partei eine „Männerpolitik“ zu diskutieren, stieß jedoch auf Widerstand. Der Bundesfrauenrat warnte, eine Verlagerung von Ressourcen zugunsten von Männerthemen könnte Aufmerksamkeit und Mittel von den Rechten der Frauen ablenken.
Die Debatte kommt zu einer Zeit, in der junge Männer und Frauen in Deutschland sehr unterschiedlich wählen. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten junge Männer mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugten. Diese Kluft hat Forderungen nach einer neuen Strategie laut werden lassen. Der grüne Europaabgeordnete Rasmus Andresen rief seine Partei auf, durch einen anderen Tonfall gemeinsame Schnittmengen mit jungen Männern zu finden.
Unterdessen setzte der AfD-Politiker Maximilian Krah ein gegensätzliches Signal. In einem Video riet er jungen Männern, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden, sie sollten „auf die richtige Seite“ wechseln. Die Aussage traf bei einigen verunsicherten jungen Männern auf Resonanz und zeigt die Anziehungskraft rechtspopulistischer Erzählungen.
Banaszaks Ansatz steht im Kontrast zu früheren Beispielen, bei denen Männer Geschlechterklischees durchbrachen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Vor zwei Jahrzehnten trug der Fußballtorwart Tim Wiese noch problemlos Pink auf dem Platz – heute sind Diskussionen über Männlichkeit weitaus umstrittener.
Der Versuch der Grünen, junge Männer zu erreichen, steckt noch in den Kinderschuhen. Mit seinem Playboy-Interview und politischen Vorschlägen will Banaszak rechtspopulistischem Einfluss entgegenwirken, doch Skepsis bleibt. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, ihre langjährigen feministischen Prioritäten mit den neuen Bemühungen in Einklang zu bringen, Männer für progressive Politik zu gewinnen.






