Bechtle wächst 2025 – doch Lieferengpässe bei Chips bremsen die Prognose für 2026
Gönül Jacobi JäckelKnappheit an Speicherchips behindert Bechtles Pläne für 2026 - Bechtle wächst 2025 – doch Lieferengpässe bei Chips bremsen die Prognose für 2026
Bechtle verzeichnet stetiges Wachstum im Jahr 2025 – passt aber Prognose für 2026 an
Bechtle hat für das Jahr 2025 ein kontinuierliches Wachstum gemeldet: Das Gesamtgeschäftsvolumen stieg um über 8 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Aufgrund anhaltender Lieferengpässe im Speicherchip-Markt korrigiert das Unternehmen jedoch seine Erwartungen für 2026.
Der IT-Dienstleister, der Behörden und gewerbliche Kunden mit PCs und Netzwerk-Hardware beliefert, bleibt angesichts der volatilen Marktbedingungen vorsichtig.
Im Jahr 2025 wuchs der Umsatz von Bechtle um knapp 2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern sank jedoch um 6 Prozent auf 324,2 Millionen Euro. Trotzdem setzte sich das Unternehmen ein ehrgeiziges Langfristziel: Bis 2030 – möglichst sogar früher – soll das Gesamtgeschäftsvolumen mindestens 10 Milliarden Euro erreichen. Dafür wäre eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von nahezu 4 Prozent nötig.
Der globale Speicherchip-Markt hat sich seit dem Einbruch 2023, verursacht durch schwache Absatzzahlen bei PCs, Smartphones und Tablets, kräftig erholt. 2024 und 2025 stieg die Nachfrage stark an, getrieben durch teure KI-Chips, Server und den Ausbau von Rechenzentren. Bis 2025 waren 72 Prozent der ausgelieferten Server KI-bezogen, was die Nachfrage nach Chips und Platinen von 3,5 Milliarden US-Dollar auf voraussichtlich 7,0 Milliarden US-Dollar bis 2030 steigen ließ. Asien verbraucht 61 Prozent der Halbleiter, wobei TSMC über 70 Prozent der Auftragsfertigung-Chips produziert. Die USA bleiben jedoch der größte Einzelmarkt.
Für 2026 rechnet Bechtle mit einem Umsatz- und Vorsteuergewinnwachstum zwischen 0 und 5 Prozent. Vorstandschef Thomas Olemotz zeigt sich zurückhaltend bei den Gewinnprognosen und verweist auf die angespannte Chip-Versorgung sowie steigende Materialkosten – in einigen Bereichen um bis zu 30 Prozent. Trotz dieser Herausforderungen sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt, um Chancen zu nutzen, sobald sich die Marktbedingungen verbessern.
Die angepasste Prognose für 2026 spiegelt die anhaltenden Lieferengpässe und höheren Kosten im Speicherchip-Sektor wider. Bechtle bleibt jedoch auf sein Langfristziel fokussiert: Bis 2030 soll das Geschäftsvolumen 10 Milliarden Euro erreichen. Wie gut dies gelingt, hängt davon ab, wie das Unternehmen die turbulent bleibenden Rahmenbedingungen im Chip-Markt in den kommenden Jahren meistert.






