13 June 2026, 00:26

Berliner Kulturszene kämpft um ihre Zukunft vor der Wahl am 20. September

Welchen Weg für die Kultur?

Berliner Kulturszene kämpft um ihre Zukunft vor der Wahl am 20. September

Kampagne zur Rettung der Berliner Kulturszene gestartet – mit klarer Botschaft an die Wähler:innen

Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat ihre Aktionswoche mit Forderungen nach stärkerer finanzieller Förderung und politischer Unterstützung eröffnet. Unter dem Motto „#deineStimmefürKultur – Am 20. September liegt die Entscheidung bei dir“ richtet sich die Kampagne gezielt an die anstehende Wahlsaison.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Wilsnacker Straße eröffnete Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, die Runde mit einer scharfen Kritik an den jüngsten Kürzungen im Kulturbereich, die er als „fehlgeleitet“ bezeichnete. Reese berichtete zudem von einem prägenden Erlebnis: Mit 14 Jahren habe er in Paderborn das Theater für sich entdeckt – ein Moment, der sein Leben verändert habe.

Doch nur wenige Politiker:innen folgten der Einladung. Unter den Anwesenden waren Katharina Marg von der Linken, sowie Ronja Losert und Bertram von Boxberg, die beiden Vorsitzenden der Grünen. Vertreter:innen anderer Berliner Parteien fehlten.

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Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, warnte unterdessen vor einer ungewissen Zukunft der Einrichtung. Er befürchtet, das Theater könnte zugunsten der Staatsoper-Stiftung abgeschafft werden. Die Initiative stellte zudem „Wahl-Lackmustests“ für Kandidat:innen vor, zu denen auch Forderungen der Kampagne „Kunst- und Kulturvermittlung stärken!“ gehören.

Kernstück der Aktionswoche ist die „Berliner Erklärung“, die von über 600 Kulturschaffenden unterzeichnet wurde. Darin wird gefordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen – sowie verlässlichere Förderstrukturen zu schaffen.

Ziel der Kampagne ist es, Kultur zu einem zentralen Wahlkampfthema in Berlin zu machen. Sie ruft die Wähler:innen auf, nur solche Kandidat:innen zu unterstützen, die sich zu den Forderungen bekennen. Die Erklärung und die Lackmustests bieten dabei eine klare Messlatte für politisches Engagement.

Quelle