Boris Palmer lehnt Ministeramt ab und bleibt Tübinger Oberbürgermeister
Gönül Jacobi JäckelBoris Palmer lehnt Ministeramt ab und bleibt Tübinger Oberbürgermeister
Boris Palmer, der parteilose Oberbürgermeister Tübingen, hat ein mögliches Kabinettsamt in der neuen Landesregierung Baden-Württembergs abgelehnt. Die Entscheidung fällt nach Gesprächen mit Cem Özdemir, dem Grünen-Politiker, der Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen soll. Palmer bleibt stattdessen in seinem aktuellen Amt.
Palmer hatte die Grünen im Mai 2023 nach einer Reihe von Skandalen verlassen. Dennoch steht er dem pragmatischen Flügel der Partei, den sogenannten Realos, weiterhin nahe und bezeichnet sich selbst aufgrund seiner ökologischen Überzeugungen als "im Herzen grün". Gleichzeitig übt er jedoch zunehmend Kritik an dem, was er als "linken Sekierertum" der Partei bezeichnet, sowie an den Aktionen ihres Jugendverbandes.
Während des jüngsten Landtagswahlkampfs unterstützte Palmer öffentlich Özdemir. Trotz Palmers Austritts aus der Partei blieb ihr persönliches Verhältnis eng. Özdemir zog sogar in Erwägung, ihm im Rahmen der neuen Regierung ein Kabinettsposten anzubieten.
Mit Palmers Absage bleibt er weiterhin Oberbürgermeister Tübingen. Seine Entscheidung folgt auf eine Phase politischer Umbrüche, darunter sein Austritt aus den Grünen und seine anhaltende Unterstützung für bestimmte Parteimitglieder wie Özdemir.
Die Ablehnung des Ministeramts unterstreicht Palmers Verpflichtung zur kommunalen Führung in Tübingen. Sein Verhältnis zu den Grünen bleibt zwiespältig – geprägt von persönlichen Verbindungen zu einigen Mitgliedern, aber auch von scharfer Kritik an anderen. Vorerst konzentriert er sich auf die Kommunalpolitik statt auf Landespolitik.