19 April 2026, 14:28

Brandts Witwe attackiert SPD: "Keine Arbeiterpartei mehr"

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei, das zwei Männer auf einem Sofa zeigt.

Brandts Witwe attackiert SPD: "Keine Arbeiterpartei mehr"

Brigitte Seebacher, die Witwe des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, hat die SPD in einem aktuellen Gastbeitrag für Die Welt scharf kritisiert. Sie wirft der Partei vor, den Kontakt zu den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verloren zu haben, die sie einst vertrat. Ihre Äußerungen kommen Jahrzehnte, nachdem sie die SPD 1995 verließ – drei Jahre nach Brandts Tod.

Seebacher behauptet, die SPD sei keine Arbeiterpartei mehr und verweist auf Veränderungen in der Mitgliederstruktur und den politischen Prioritäten. Zwar seien traditionelle Arbeiterberufe möglicherweise seltener geworden, doch die Menschen, die hart arbeiten, gebe es noch immer – nur stünden sie bei der SPD nicht mehr im Mittelpunkt.

Kritik übte sie auch an der politischen Ausrichtung der Partei, die ihr zu sehr von politischer Korrektheit geprägt erscheint. Als Beispiel nannte sie Alexander Schweitzer, den SPD-Landesvorsitzenden in Rheinland-Pfalz, und dessen vegane Ernährung, die sie als Symbol für die Entfremdung der Partei deutet. Ihrer Meinung nach stützt sich die SPD heute vor allem auf ihr historisches Erbe und die Gunst von Sozialhilfeempfängern.

Ihre Kritik gipfelte in der nüchternen Feststellung: "Auch Parteien sind nicht für die Ewigkeit gemacht." Sie warnte, die SPD-Vertreter verstünden die Sorgen der einfachen Bürger nicht mehr. An den jüngsten Wahlsieger in Rheinland-Pfalz gerichtet, riet sie zur Vorsicht bei einer möglichen Zusammenarbeit mit der SPD.

Stattdessen schlug Seebacher vor, die CDU solle eine Kooperation mit der AfD in Betracht ziehen – und nicht mit der SPD. Ihre Aussagen spiegeln eine tiefe Frustration über die Entwicklung der Partei seit ihrem Austritt vor fast 30 Jahren wider.

Ihr Gastbeitrag unterstreicht die wachsende Kluft zwischen dem aktuellen Kurs der SPD und ihren arbeiterpolitischen Wurzeln. Ihr Appell an die CDU, die AfD als möglichen Partner zu prüfen, markiert eine bemerkenswerte Verschiebung im politischen Kräftefeld. Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die SPD weiterhin mit Fragen zu ihrer Identität und gesellschaftlichen Relevanz konfrontiert ist.

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