10 June 2026, 12:39

Bremer Affäre: Unklare Entlassungen, gelöschte Akten und Millionen-Abfindungen

Goldene Handschläge, gelöschte Chats und fehlplatzierte Dateien

Bremer Affäre: Unklare Entlassungen, gelöschte Akten und Millionen-Abfindungen

Ein Untersuchungsausschuss der Bremer Bürgerschaft prüft die Entlassung von Staatsräten unter dem Vorwurf intransparenter Verfahren und überhöhter Abfindungszahlungen. Die Ermittlungen begannen im November 2025, nachdem Bedenken hinsichtlich der Abwicklung hochrangiger Personalwechsel laut geworden waren. Nach wie vor ungeklärt sind das Verschwinden von Akten und gelöschte Nachrichten im Zusammenhang mit dem Fall.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Staatsrätin Regine Komoss, die im März 2022 vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde – nach nur einem Monat im Amt. Ihre versprochene Umsetzungszusage wurde erst über ein Jahr später erfüllt. Zudem übergab der Senat dem Ausschuss zentrale Unterlagen nicht, darunter einen formellen Widerspruch zu ihrem Fall.

Im Herbst 2025 leitete der CDU-Parteimanager Tobias Hentze einen anonymen Hinweis an die Staatsanwaltschaft weiter. Er behauptete, in zwei Behörden seien E-Mails im Zusammenhang mit der Affäre gelöscht worden. Später ruderte er zurück und gab zu, dass der Hinweisgeber nicht anonym gewesen sei. Seine Motive sowie die Weigerung der CDU, vor dem Ausschuss auszusagen, bleiben rätselhaft.

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Aus einem Signal-Chat zwischen den Staatsräten Irene Strebl und Jan Fries wurden fünf Nachrichten gelöscht, was Spekulationen über inoffizielle Absprachen nährte. Da die Löschung jedoch noch vor der öffentlichen Aufarbeitung erfolgte, lassen sich daraus keine konkreten Verstöße ableiten.

Am Dienstag, im Februar 2026, kam der Ausschuss erneut zusammen. Thema waren aktuelle Fälle von Intransparenz sowie Vorwürfe überzogener Abfindungen – sogenannte „goldene Händedrücke“ – für entlassene Staatsräte. Die Abgeordneten untersuchen weiterhin die Umstände der Entlassungen und Zahlungen. Oppositionsvertreter werfen der Regierung vor, die Abfindungen auf Kosten der Steuerzahler unangemessen hoch anzusetzen. Ziel der Ermittlungen ist es, die Vorgänge aufzuklären und für mehr Transparenz bei der Behandlung solcher Fälle zu sorgen.

Quelle