Bundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – Einsatzfähigkeit in Gefahr
Claudio WiekBundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – Einsatzfähigkeit in Gefahr
Bundespolizei droht Ausfall von Körperkameras
Die Körperkameras der deutschen Bundespolizei könnten bald nicht mehr funktionieren. Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung für die Geräte einzustellen – eine Entwicklung, die die Einsatzfähigkeit der Beamten gefährdet. Polizeigewerkschaften warnen vor einer möglichen Knappheit bereits im nächsten Jahr.
Die Bundespolizei hatte zwar 5 Millionen Euro für 2.500 neue Körperkameras bewilligt, mit der Option auf weitere 1.500 Geräte. Doch das Ausschreibungsverfahren scheiterte, nachdem nachträglich zusätzliche Anforderungen – darunter austauschbare Akkus – hinzugefügt wurden. Durch die Verzögerung steht die Behörde nun ohne Ersatz für die auslaufenden Modelle da.
Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, fordert das Innenministerium zum schnellen Handeln auf. Ohne Lösung könnten Beamte bald ohne funktionsfähige Ausrüstung dastehen. Derweil verhandeln die Verantwortlichen mit dem aktuellen Hersteller über eine Verlängerung der Unterstützung – ein Schritt, der Millionen kosten könnte.
Die Kameras spielen eine zentrale Rolle bei der Deeskalation in Konfliktsituationen, insbesondere in Bahnhöfen. Zudem liefern sie wichtige Beweismittel in Strafverfahren. Einige Modelle sind sogar direkt mit den Elektroschockgeräten der Polizei kompatibel, was ihre Effektivität weiter erhöht.
Die Bundespolizei steht vor einer kritischen Versorgungslücke bei Körperkameras. Eine Verlängerung der Unterstützung für die bestehenden Geräte könnte Zeit verschaffen – doch langfristig braucht es eine nachhaltige Lösung. Ohne sie droht den Beamten der Verlust eines Instruments, das sowohl die Sicherheit als auch die Beweissicherung verbessert.
