Bürgerentscheid in Esslingen: Bibliothek bleibt im historischen Pfleghof
Claudio WiekBürgerentscheid in Esslingen: Bibliothek bleibt im historischen Pfleghof
Bürgerentscheid in Esslingen: Stadtbibliothek bleibt im Bebenhäuser Pfleghof
Die Esslinger Stadtbibliothek verbleibt an ihrem aktuellen Standort im Bebenhäuser Pfleghof, nachdem die Bürger in einer Abstimmung eine geplante Verlegung deutlich abgelehnt haben. Bei dem Bürgerentscheid am 8. März 2026 stimmten 68,5 Prozent der Wähler für den Erhalt des Standorts und setzten damit einen früheren Beschluss des Stadtrats außer Kraft, der den Umzug in das ehemalige Kögel-Kaufhaus vorsah.
Der Stadtrat hatte die Verlegung im Juni 2025 beschlossen und geplant, das Kögel-Gebäude für die Bibliothek zu erwerben. Doch der durch öffentlichen Widerstand ausgelöste Bürgerentscheid verzeichnete eine Wahlbeteiligung von 58,4 Prozent. Von den 38.628 gültigen Stimmen wurde das erforderliche Quorum von 13.551 Ja-Stimmen erreicht.
Oberbürgermeister Matthias Klopfer nahm das Ergebnis zur Kenntnis und betonte, die Verwaltung respektiere die Entscheidung der Bürger. Er kündigte an, dass ein Vorschlag für die weiteren Schritte – einschließlich Sanierungsmaßnahmen – dem Stadtrat am 27. April vorgelegt werde.
Die Bibliothek soll nun für 17,4 Millionen Euro saniert werden, bleibt dabei aber durchgehend geöffnet. Das Projekt umfasst 37 Einzelmaßnahmen, darunter die Behebung struktureller Mängel und die Modernisierung der Dienstleistungen. Parallel wird die Stadt den Eigentümern des Kögel-Gebäudes bei der Suche nach einer neuen Nutzung helfen, um eine langfristige Leerstand zu vermeiden.
Zudem beabsichtigt die Verwaltung, Landesfördermittel zu beantragen und über den Verkauf des Gebäudes Heugasse 11 zu entscheiden. Die genauen Pläne werden im Stadtrat beraten.
Mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids bleibt die Bibliothek im Pfleghof – die Sanierungsarbeiten sollen bald beginnen. Gleichzeitig wird sich die Stadt auf die Nachnutzung des Kögel-Gebäudes und die Sicherung von Finanzmitteln für künftige Projekte konzentrieren. Ein offizieller Vorschlag zu den nächsten Schritten wird noch in diesem Monat dem Stadtrat vorgelegt.