Daimler ruft 200.000 Fahrzeuge wegen gefährlicher Takata-Airbags zurück
Jessika FröhlichDaimler ruft 200.000 Fahrzeuge wegen gefährlicher Takata-Airbags zurück
Daimler erweitert die Rückrufaktion für Fahrzeuge mit potenziell gefährlichen Takata-Airbags. Der Schritt folgt einer Anordnung US-amerikanischer Aufsichtsbehörden, die defekte Beifahrer-Airbags betreffen und rund 200.000 Fahrzeuge in Nordamerika umfassen. Diese jüngste Maßnahme verschärft die anhaltende globale Krise im Zusammenhang mit den fehlerhaften Gasgeneratoren von Takata, die weltweit zu Todesfällen und Verletzungen geführt haben.
Das Problem betrifft Takata-Airbag-Gasgeneratoren, die mit zu großer Wucht explodieren und Metallteile in den Fahrzeuginnenraum schleudern können. Das Unternehmen macht langfristige Einwirkung von hoher Hitze und Feuchtigkeit für den Defekt verantwortlich. Zwar wurden in Europa bisher keine solchen Vorfälle gemeldet, doch Regionen mit extremem Klima – insbesondere die USA – verzeichnen die schwerwiegendsten Folgen, darunter mindestens elf Tote und Dutzende Verletzte.
Takata hatte sich zunächst gegen einen flächendeckenden Rückruf gewehrt und war damit in Konflikt mit US-Behörden geraten. Der Streit verschärfte die finanziellen Probleme des Unternehmens. Unterdessen hat die US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) inzwischen den Rückruf von bis zu 40 Millionen weiteren Takata-Airbags angeordnet – der größte Automotive-Rückruf in der Geschichte der USA.
Daimler hatte bereits 2015 rund 840.000 Fahrzeuge in den USA wegen defekter Fahrer-Airbags zurückgerufen und dafür 340 Millionen Euro bereitgestellt. Nun hat der Konzern für die aktuelle Rückrufaktion einen weiteren Betrag im „mittleren dreistelligen Millionenbereich“ veranschlagt. Doch die Umsetzung bleibt schwierig, da ein Mangel an Ersatzteilen die Reparaturen für betroffene Besitzer verzögert.
Der erweiterte Rückruf erhöht die finanzielle Belastung für Automobilhersteller und Takata selbst. Da Millionen von Fahrzeugen noch auf eine Nachbesserung warten, bremst der Engpass bei Ersatzteilen weiterhin die Fortschritte. Behörden und Hersteller stehen unter Druck, das Problem zu lösen, bevor es zu weiteren Zwischenfällen kommt.






