Deutschlands Kohleausstieg nimmt konkrete Formen an – seit 2009 kein neues Kraftwerk mehr
Gönül Jacobi JäckelDeutschlands Kohleausstieg nimmt konkrete Formen an – seit 2009 kein neues Kraftwerk mehr
Deutschlands Abkehr von der Kohleenergie wird immer deutlicher
In den vergangenen Jahren hat sich der Ausstieg Deutschlands aus der Kohleverbrennung weiter konkretisiert. Seit 2009 wurde kein neues Kohlekraftwerksprojekt mehr genehmigt, und bestehende Pläne stehen vor finanziellen Unsicherheiten. Eine aktuelle Untersuchung des Energieexperten Craig Morris wirft ein Licht auf die sich wandelnde Energielandschaft des Landes.
Die letzte genehmigte Kohlekraftwerkseinheit in Deutschland war Block 9 im Mannheimer Kohlekraftwerk – und das bereits im Jahr 2009. Seither wurden keine weiteren Baugenehmigungen erteilt. Die beiden Kohlekraftwerke, die 2015 ans Netz gingen, hatten ihre Zulassungen bereits 2005 und 2006 erhalten.
Zeitweise befanden sich mindestens zehn neue Kohlekraftwerke im Bau, von denen acht bis 2016 fertiggestellt werden sollten. Allerdings waren all diese Projekte bereits vor 2009 gestartet worden. Seit 2011 wurden sechs geplante Kohlekraftwerksvorhaben komplett aufgegeben.
Morris' Untersuchung zeigt zudem, dass Deutschland seit dem beschlossenen Atomausstieg 2011 keinen einzigen Neubau eines Kohlekraftwerks mehr begonnen hat. Stattdessen wurden sechs geplante Projekte gestrichen. Angesichts der aktuellen Energiepreise ruhen alle verbleibenden konventionellen Kohlepläne weiter.
Die Zukunft der Kohleenergie in Deutschland ist ungewiss. Ohne neue Genehmigungen seit über einem Jahrzehnt und steigendem wirtschaftlichen Druck könnte der Brennstoff bald unwirtschaftlich werden. Die Erkenntnisse unterstreichen einen klaren Trend: Die deutsche Energiewende vollzieht sich zunehmend ohne Kohle.






