14 March 2026, 18:27

Eklat-Video gefährdet Koalitionsgespräche zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Palmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - Eklat-Video gefährdet Koalitionsgespräche zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg

Die Spannungen zwischen den Grünen und der CDU in Baden-Württemberg haben sich zugespitzt, nachdem während des Landtagswahlkampfs ein umstrittenes Video aufgetaucht ist. Die Aufnahme, die von einem Grünen-Abgeordneten geteilt wurde, zeigt den CDU-Politiker Manuel Hagel, wie er sich über das Aussehen einer Schülerin äußert. Da die Grünen die Wahl nur knapp für sich entschieden haben, gefährdet der Eklat nun die Koalitionsgespräche zwischen den beiden Parteien.

Das Video verbreitete sich kurz vor der knappen Wahl am 8. März 2026 rasant im Netz, bei der die Grünen die CDU nur knapp überflügelten. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt verurteilte die Veröffentlichung als "Schmutzkampagne" – eine "schmutzige Kampagne", die "Menschen zerstört". Er warf den Grünen vor, Hagel, der damals 29 Jahre alt war, gezielt diskreditieren zu wollen, um Wählerstimmen zu beeinflussen.

Die Grünen weisen jede gezielte Intrige zurück. Der ehemalige Parteimitglied Boris Palmer lehnte Vorwürfe einer Hetzkampagne ab und betonte, dass einzelne Abgeordnete eigenständig gehandelt hätten. Gleichzeitig kritisierte er die Reaktion der CDU und deutete an, deren Empörung offengelege eine Parteikultur, in der solches Verhalten möglicherweise toleriert werde.

Palmer rief beide Seiten dazu auf, das Vertrauen wiederherzustellen, und warnte, dass die Skepsis der CDU die Koalitionsverhandlungen zum Scheitern bringen könnte. Unterdessen steht Cem Özdemir bereit, Winfried Kretschmann als Ministerpräsident abzulösen – doch zunächst müssen die Grünen die CDU davon überzeugen, dass der Zeitpunkt der Video-Veröffentlichung rein zufällig war.

Bisher gibt es keine offizielle Auswirkung auf die Sondierungsgespräche. Dennoch zeigen sich CDU-Spitzen enttäuscht, und weitere Gespräche hängen davon ab, wie die Grünen auf ihre Bedenken eingehen.

Das Wahlergebnis stellt die Grünen vor eine heikle Aufgabe: Sie müssen nun beweisen, dass die Veröffentlichung des Videos kein kalkulierter Schachzug war, um den Sieg zu sichern. Ohne gegenseitiges Vertrauen könnte die Bildung einer stabilen Regierung mit der CDU deutlich schwieriger werden.

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