31 May 2026, 00:18

"Ende Gelände" blockiert Gasprojekte im Ruhrgebiet – Polizei reagiert mit Verboten

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

"Ende Gelände" blockiert Gasprojekte im Ruhrgebiet – Polizei reagiert mit Verboten

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben diese Woche im Ruhrgebiet mit mehreren Protestaktionen für Aufsehen gesorgt. Im Fokus standen dabei Infrastrukturprojekte für fossiles Gas, darunter Kraftwerke und Industrieanlagen. Polizei und Gerichte reagierten mit Demonstrationsverboten und rechtlichen Schritten, doch die Organisator:innen kündigten an, ihren Widerstand fortzusetzen.

Die Proteste begannen mit Blockaden am Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, wo sich die Aktivist:innen gegen den Bau einer neuen Gasanlage wandten. Einige Demonstrant:innen installierten sogar Solarpaneele auf dem Gelände, um für erneuerbare Alternativen zu werben. Gleichzeitig unterbrachen rund 200 Aktivist:innen in Mülheim den Betrieb der Friedrich-Wilhelms-Hütte, indem sie ihren Protest gezielt mit dem Schichtwechsel timten.

In Hamm zogen Demonstrant:innen mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem Energiekonzerne enteignen! stand. An anderer Stelle besetzten Aktivist:innen die Werksgleise des Rohrherstellers Europipe in Mülheim an der Ruhr. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte jedoch ein Polizeiverbot für Proteste am Kraftwerk Gersteinwerk – die Organisator:innen kündigten daraufhin Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster an.

Die Aktionen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung plant, sich mit einer Millardenbeteiligung an KNDS zu beteiligen – dem Unternehmen, zu dem auch die Friedrich-Wilhelms-Hütte gehört. Für Samstag wird nun mit Tausenden Teilnehmenden bei einer Großdemo unter dem Motto Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen! gerechnet.

Die Protestwelle zeigt den wachsenden Widerstand gegen den Ausbau fossiler Gase in Deutschlands Industrieregion. Mit laufenden Klagen und weiteren geplanten Demonstrationen dürfte der Konflikt zwischen Aktivist:innen und Behörden anhalten. Die geplante Staatsbeteiligung an KNDS verschärft zudem die Debatte über Energiepolitik und Klimaschutz.

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