20 March 2026, 18:24

Fischer entschuldigt sich bei Hagel – ein Schritt zur Versöhnung nach polarisierendem Wahlkampf

Deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa

Skandal vor der Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Fischer entschuldigt sich bei Hagel – ein Schritt zur Versöhnung nach polarisierendem Wahlkampf

Die Grünen-Politikerin Simone Fischer hat sich beim CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel für das Teilen eines umstrittenen Social-Media-Beitrags während des Landtagswahlkampfs in Baden-Württemberg entschuldigt. Die Geste erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Parteien sich auf Koalitionsgespräche vorbereiten, nachdem die knappe Wahl ein Patt im neuen Landtag hinterlassen hat.

Der von Fischer später gelöschte Beitrag enthielt ein Foto Hagels mit der Schlagzeile "Offizielle Warnung" und dem Text "Versteckt eure Kinder", eine Anspielung auf ein altes Video, in dem er sich über ein minderjähriges Mädchen äußerte.

Auslöser des Vorfalls war Fischers geteilter Post, der sich gegen Hagel richtete. Dieser war bereits zuvor wegen eines acht Jahre alten Videos in die Kritik geraten, in dem er Bemerkungen über eine Schülerin machte, die von manchen als unangemessen bewertet wurden. Die grüne Abgeordnete Zoe Mayer hatte das Video zuvor erneut verbreitet und damit eine Debatte über Sexismus im Wahlkampf neu entfacht.

Fischer reagierte zunächst nicht auf die Kritik, löschte den Beitrag jedoch später und entschuldigte sich persönlich bei Hagel sowie in einem Interview mit dem Regionalrundfunk Südwestrundfunk (SWR). Ihre Entschuldigung wird als Schritt gewertet, um vor den offiziellen Koalitionsverhandlungen die Spannungen abzubauen.

Bei der Wahl am 8. März erreichten die Grünen 30,2 Prozent der Zweitstimmen – ein Rückgang um 2,4 Punkte im Vergleich zu 2021 –, während die CDU zwar zulegte, aber mit nur 0,5 Punkten Abstand blieb. Beide Parteien verfügen nun über je 56 Sitze, was zu einem seltenen Patt führt. Die Zufriedenheit mit der scheidenden grün-schwarzen Koalition lag bei 52 Prozent, wobei die Zustimmung zu den Grünen auf 43 Prozent sank (minus 9 Punkte), während die CDU als kleinerer Partner auf 35 Prozent kam.

Die CDU warf den Grünen vor, einen "schmutzigen Wahlkampf" geführt zu haben, doch beide Seiten signalisierten inzwischen Bereitschaft, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen. Erste Sondierungsgespräche laufen bereits, um eine Regierung auf Augenhöhe zu bilden und nach der polarisierenden Wahl für stabilere Führungsverhältnisse zu sorgen.

Die Grünen haben die CDU zu offiziellen Verhandlungen eingeladen; Fischers Entschuldigung gilt als Versuch, das Vertrauen wiederherzustellen. Eine erneute Koalition würde voraussetzen, dass beide Seiten die Wahlkampfkonflikte bereinigen und gemeinsame Prioritäten festlegen.

Das Wahlergebnis spiegelt eine Verschiebung der Stimmungslage wider: Die Grünen behalten zwar eine knappe Führung, stehen aber unter Druck, die Stabilität der Landesregierung zu wahren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle