25 May 2026, 02:21

Florentina Holzinger sprengt mit radikaler Performance die Grenzen der Live-Kunst

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Florentina Holzinger sprengt mit radikaler Performance die Grenzen der Live-Kunst

Florentina Holzinger präsentiert mutiges neues Bühnenwerk im Wiener Eislaufverein

Florentina Holzinger hat im Wiener Eislaufverein in Wien eine kühne neue Performance gezeigt. Das Pfingstspiel verband extreme Körperlichkeit mit modernster Technologie und lotete die Grenzen der Live-Kunst aus. Inspiriert vom umstrittenen Erbe Hermann Nitschs erforschte das Stück zudem die Rolle der Frau in der Performancegeschichte.

Die Vorstellung zog später weiter nach Schloss Prinzendorf, den historischen Schauplatz von Nitschs Orgien-Mysteren-Theater, wo das Publikum das dramatische Finale erlebte.

Die Aufführung begann mit einem beeindruckenden Bild: Eine nackte Frau ließ sich von der Fassade des Hotels Intercontinental hinab. Dieser Moment erinnerte an Trisha Browns ikonische Choreografie und setzte den Ton für die provokanten Akte des Abends.

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Holzinger und ihr rein weibliches Ensemble interpretierten das „Letzte Abendmahl“ neu – einige Performerinnen ertrugen Haken, die in ihre Körper eingesetzt wurden. Die Szene verband religiöse Symbolik mit roher körperlicher Ausdauer und stellte traditionelle Darstellungen von Künstlerinnen infrage.

Technologie spielte eine zentrale Rolle: Drohnen und Fahrzeuge wurden zu Erweiterungen der Körper der Darstellerinnen. Eine „Malaktion“ ehrte Nitsch, bei der eine gekreuzigte Figur und Drohnen roten Farbnebel über den Raum sprühten. Die Verschmelzung von menschlicher Bewegung und Maschinen schuf ein intensives, immersives Erlebnis.

Einer der dramatischsten Momente zeigte einen Monstertruck, der einen Panzer zerquetschte. Anschließend stieg eine Fallschirmspringerin mit einem Taubenhelm herab und pflanzte eine weiße Fahne in das Wrack – ein kraftvoller Appell für Frieden. Den Abschluss bildete Holzinger mit ihren „Jüngerinnen“, die schwebend über dem Publikum in der Luft hingen.

Von Autos und Motorrädern bis hin zu einem Fallschirmsprung reichten die Materialien, die die viszerale Wirkung des Spektakels steigerten. Das Publikum, das für den Finale nach Schloss Prinzendorf reiste, erlebte dort den Höhepunkt von Holzingers visionärer Inszenierung.

Ihr Pfingstspiel verband radikale Körperlichkeit mit technologischer Innovation und deutete Nitschs provokatives Erbe neu. Gleichzeitig rückte die Vorstellung die sich wandelnde Rolle der Frau in extremen Kunstformen in den Fokus. Durch die Verbindung von Maschinen, Symbolik und menschlicher Ausdauer hinterließ das Stück einen bleibenden Eindruck beim Wiener Publikum.

Quelle