Flüchtling aus Syrien repariert in Bremen Elektrogeräte – kostenlos und nachhaltig
Jessika FröhlichFlüchtling aus Syrien repariert in Bremen Elektrogeräte – kostenlos und nachhaltig
Ein syrischer Flüchtling in Bremen repariert defekte Elektronik – statt sie wegzuwerfen
In Bremen hilft Karem Hasan Anwohnern dabei, kaputte Elektrogeräte zu reparieren, anstatt sie zu entsorgen. Hinter der Heilig-Geist-Kirche im Stadtteil Neue Vahr betreibt er ein kostenloses Reparaturcafé. Seine Arbeit wird bald einfacher: Ab Juli treten neue „Recht auf Reparatur“-Gesetze in Kraft.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er aus Damaskus geflohen war, wo er als Elektroniker und Berufsschullehrer gearbeitet hatte. Bereits nach acht Monaten eröffnete er das Reparaturcafé und bietet seither kostenlose Hilfestellung bei der Instandsetzung von Geräten an. Kunden bringen eigene Ersatzteile mit oder lassen sich von ihm bei der Beschaffung unterstützen.
Das Café hat jeden Samstagmorgen und an einigen Wochentagen geöffnet. Hasan wird dabei von seiner Frau und einem ukrainischen Praktikanten unterstützt. Im Dezember 2024 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und trat der SPD bei.
Ab Juli verpflichten neue Vorschriften Hersteller, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter reparierbar sind. Hasan ist überzeugt, dass diese Änderung seine Arbeit noch wirksamer macht. Gleichzeitig motiviert er andere dazu, selbst Hand anzulegen und so die Umwelt zu schützen.
Trotz seines neuen Lebens in Deutschland hat er keine Pläne, nach Syrien zurückzukehren. Die fehlende Infrastruktur und der Wunsch nach einer friedlichen Zukunft mit seiner Familie halten ihn in Bremen. Das Reparaturcafé wächst weiter – getragen von Ehrenamtlichen und den bevorstehenden gesetzlichen Neuerungen. Hasans Engagement reduziert nicht nur Abfall, sondern gibt Menschen auch das Rüstzeug, ihre Geräte selbst zu reparieren. Seine Arbeit steht für eine wachsende Bewegung hin zu Nachhaltigkeit und gemeinschaftlichem Zusammenhalt.






