Fußballturnier in Moosach gedenkt der Opfer des Münchner Anschlags 2016
Gönül Jacobi JäckelFußballturnier in Moosach gedenkt der Opfer des Münchner Anschlags 2016
Ein Fußballturnier im Münchner Stadtteil Moosach hat Überlebende, Angehörige und die Gemeinschaft zusammengebracht, um der Opfer des Anschlags von 2016 zu gedenken. Organisiert von Hasan Leyla, dessen 14-jähriger Sohn Can unter den neun Getöteten war, steht bei der Veranstaltung das Erinnern und nicht der Wettbewerb im Vordergrund. Die Initiative will die anfängliche Darstellung des Anschlags hinterfragen und ihn als rechtsterroristische Tat anerkennen lassen.
Der Münchner Anschlag von 2016 erhielt zunächst kaum Beachtung als politisch motivierte Tat. Die Behörden bezeichneten ihn anfangs als Amoklauf eines einzelnen, psychisch gestörten Täters. Spätere Ermittlungen stuften ihn zwar als rechtsterroristischen Anschlag ein, doch blieb das öffentliche Bewusstsein dafür begrenzt.
Hasan Leyla, Can Leylas Vater, lehnt seit Langem die Vorstellung ab, der Attentäter habe ohne ideologische Motive allein gehandelt. Sein Sohn kam gemeinsam mit dem 14-jährigen Guiliano Kollmann und sieben weiteren Menschen bei dem Angriff ums Leben. Viele der Opfer waren leidenschaftliche Fußballfans – eine Inspiration für die Entstehung des Turniers.
Die Veranstaltung, die am 6. Juni 2026 stattfand, war Teil der Initiative München erinnert. Anders als bei klassischen Wettbewerben lag der Fokus auf Teilhabe und gemeinsamem Gedenken. Spieler, Familien und Unterstützer versammelten sich, um die Erzählung über den Anschlag zurückzuerobern und seine Anerkennung als Terrorakt zu sichern.
Leyla wirbt zudem für eine Gedenkveranstaltung zum zehnten Jahrestag am 22. Juli 2026. Sein Engagement soll die Geschichten der Opfer lebendig halten und eine breitere Anerkennung der wahren Natur des Anschlags vorantreiben.
Das Fußballturnier in Moosach bot einen Raum für Heilung und Solidarität. Indem es das Erinnern in den Mittelpunkt stellte, stellte es die anfängliche Fehleinschätzung des Anschlags von 2016 infrage. Veranstalter und Angehörige fordern weiterhin, die Tat als rechtsterroristischen Anschlag anzuerkennen – damit die Opfer nicht in Vergessenheit geraten.






