Hamburgs Jugendombudsstelle steht vor dem Aus – 300 Fälle jährlich bedroht
Claudio WiekHamburgs Jugendombudsstelle steht vor dem Aus – 300 Fälle jährlich bedroht
Die Hamburger Schulbehörde hat beschlossen, den Vertrag für die Jugendombudsstelle der Stadt neu auszuschreiben. Diese Entscheidung gefährdet die Zukunft des OHA!-Büros für Kinder- und Jugendrechte, das vom Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH) betrieben wird.
Seit 2021 bearbeitet die Ombudsstelle jährlich rund 300 Beratungsfälle. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat Bedenken gegen das erneute Vergabeverfahren geäußert. Die Stadt plant, die Aufgaben der Jugendombudsstelle mit einer neuen Position für Kita-Beschwerdestellen zusammenzulegen, was die Neuausschreibung erforderlich macht.
Dem VKJH, Hamburgs einzigem spezialisierten Netzwerk für offene Kinder- und Jugendarbeit, droht nun die Schließung. Ohne gesicherte Finanzierung kann der Verband die Verwaltungskosten nicht decken. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wären jährlich zusätzliche 120.000 Euro für eine Geschäftsführung und eine Verwaltungsstelle nötig.
Falls bis Ende Juni keine Finanzlösung gefunden wird, erwägt der VKJH, seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte auf die Bezirksämter zu übertragen. Die Zukunft der Ombudsstelle bleibt ungewiss, während das Vergabeverfahren beginnt. Ohne zusätzliche Mittel könnte der VKJH schließen, und seine Angebote würden in die Zuständigkeit der Bezirke übergehen. Die Entscheidung betrifft Hunderte von Kindern und Jugendlichen, die auf die Unterstützung angewiesen sind.
