24 June 2026, 14:17

Hamburgs Notfallfonds für unversicherte Migranten ist leer – mit tödlichen Folgen

Notfallfonds kann keine Behandlungen mehr bezahlen

Hamburgs Notfallfonds für unversicherte Migranten ist leer – mit tödlichen Folgen

Hamburgs Notfall-Gesundheitsfonds für nicht versicherte Personen ist pleite

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Seit Mitte Mai 2023 erhalten unversicherte Migrantinnen und Migranten in Hamburg keine finanzielle Unterstützung mehr für dringend benötigte Behandlungen. Das Netzwerk Medinetz, das sich für Menschen ohne Krankenversicherung einsetzt, kritisiert die Sparmaßnahmen der Stadt, die die Situation weiter verschärft haben.

Die Clearingstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum hilft unversicherten Menschen, Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten, oder übernimmt die Kosten für akute Behandlungen über einen kommunalen Notfallfonds. 2024 bewilligte sie für 678 von 781 Antragstellenden Mittel in Höhe von rund 718.000 Euro für Behandlungen und Medikamente. Doch das Programm ist chronisch unterfinanziert – obwohl die Nachfrage stark gestiegen ist: Die Zahl der Beratungen kletterte von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300 in diesem Jahr.

Die Behörden haben jedoch keine zusätzlichen Mittel nachträglich bereitgestellt. Seit Mai 2023 ist der Notfallfonds für neue Fälle leer, und die Stadt hat weitere Unterstützung für das restliche Jahr abgelehnt. Matthias Plieninger, Internist und Mitglied bei Medinetz, warnt: Ohne diese Finanzierung blieben viele Patientinnen und Patienten unbehandelt – mit Risiko schwerer gesundheitlicher Folgen oder sogar tödlicher Verläufe.

Ähnliche Clearingstellen und Medinetz-Netzwerke gibt es auch in anderen norddeutschen Bundesländern, darunter Bremen, Hannover und Schleswig-Holstein. Medinetz fordert Hamburg nun auf, sein Koalitionsabkommen einzuhalten, indem es umgehend Mittel freigibt und eine nachhaltige, bedarfsgerechte Finanzierung des Notfallprogramms schafft.

Der Fonds bleibt jedoch erschöpft, und für den Rest des Jahres 2024 stehen keine weiteren Gelder zur Verfügung. Ohne Handeln der Stadt werden unversicherte Menschen in Hamburg weiterhin auf lebenswichtige medizinische Versorgung verzichten müssen. Medinetz besteht darauf, dass die Stadt schnell reagieren muss, um weitere Schäden zu verhindern.

Quelle