Hofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung – Brauerei will sich neu erfinden
Ayten KarzHofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung – Brauerei will sich neu erfinden
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren beantragt. Der Schritt folgt anhaltenden finanziellen Belastungen durch schwache Umsätze und steigende Kosten. Das Unternehmen plant nun eine umfassende Umstrukturierung seiner Geschäftsabläufe und des Geschäftsmodells.
Anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten haben Wolters dazu veranlasst, Schutz nach dem Insolvenzrecht zu suchen. Der Bierabsatz in Deutschland sank 2025 um sechs Prozent, was die Brauerei zusätzlich unter Druck setzte. Um die Krise zu bewältigen, wird das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb mit Unterstützung der Beratungsfirmen Eckert Rechtsanwälte und Eckert Assurance GmbH fortsetzen.
Der Rechtsanwalt Torsten Gutmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Kimon Kantis, ein weiterer juristischer Vertreter, betonte, dass die Eigenverwaltung es Wolters ermögliche, branchenweite Herausforderungen effektiver anzugehen. Der Wirtschaftsprüfer Hendrik Mysegades leitet die Bemühungen zur Neuausrichtung des Unternehmens, während der Betrieb in vollem Umfang aufrechterhalten bleibt.
Die Strategie des Unternehmens sieht eine stärkere Fokussierung auf den regionalen Markt sowie den Wandel zu einem innovativen Getränkehersteller vor. Langfristig soll das Sortiment an alkoholfreien Getränken deutlich ausgebaut werden. Die Mitarbeiter erhalten während der Umstrukturierung weiterhin ihre vollen Löhne und Gehälter. Ziel des Prozesses ist es, Wolters zu stabilisieren und das Unternehmen an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Das Unternehmen erwartet, mit einem stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit und Innovation aus der Krise hervorzugehen.
