Internationale Studierende retten Deutschlands MINT-Fachkräftemangel – doch viele scheitern am Berufseinstieg
Ayten KarzInternationale Studierende retten Deutschlands MINT-Fachkräftemangel – doch viele scheitern am Berufseinstieg
Deutschland ist in hohem Maße auf internationale Studierende angewiesen, um Lücken in der Fachkräfteversorgung zu schließen – insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Über die Hälfte dieser Studierenden entscheidet sich für ein MINT-Studium und trägt so dazu bei, den akuten Arbeitskräftemangel zu mildern. Doch obwohl ihr Beitrag unverzichtbar ist, haben viele Schwierigkeiten, langfristig eine Anstellung zu finden.
Aktuell fehlen in Deutschland rund 148.500 MINT-Fachkräfte. Prognosen zufolge werden in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen. Absolventen internationaler Herkunft, die an deutschen Hochschulen studiert haben, finden dreimal häufiger eine Arbeitsstelle als Migranten, die direkt zur Jobsuche einreisen. Wer über den Hochschulweg nach Deutschland kommt, möchte zudem 1,6-mal häufiger dauerhaft bleiben.
Ein entscheidender Faktor für den Berufseinstieg sind Deutschkenntnisse – selbst wenn die Tätigkeit selbst auf Englisch ausgeführt wird. Doch nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden geben an, dass in ihrem Studiengang verpflichtende Deutschkurse integriert sind. Wer aus finanzieller Not nebenbei in Jobs arbeitet, die nichts mit dem Studium zu tun haben, tut sich beim Einstieg in den Arbeitsmarkt deutlich schwerer.
Praktische Erfahrungen machen den Unterschied: Absolventen, die Praktika absolvieren, industriebezogene Abschlussarbeiten schreiben oder studiennahe Nebenjobs ausüben, haben bessere Berufsaussichten. Dies haben auch die Hochschulen erkannt – bundesweit werden nun Initiativen gestartet, um die Vernetzung mit der Wirtschaft zu stärken und internationale Studierende besser auf den Berufsstart vorzubereiten.
Etwa 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur einen temporären Aufenthalt planten, entschieden sich nach dem Berufseinstieg für einen langfristigen Verbleib in Deutschland.
Internationale Studierende spielen eine zentrale Rolle bei Deutschlands Bemühungen, den Fachkräftemangel in den MINT-Berufen zu bewältigen. Ihre Bereitschaft, langfristig zu bleiben, steigt mit besseren Sprachkenntnissen, relevanter Berufserfahrung und gezielter Unterstützung durch die Hochschulen. Angesichts des wachsenden Bedarfs an Fachkräften könnten diese Maßnahmen mehr Absolventen den Übergang in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern.






