Jan van Aken tritt als Linkspartei-Chef nach nur 16 Monaten überraschend zurück
Jessika FröhlichJan van Aken tritt als Linkspartei-Chef nach nur 16 Monaten überraschend zurück
Jan van Aken ist als Vorsitzender der Linkspartei zurückgetreten – nach einer der kürzesten Amtszeiten in der Parteigeschichte. Unter seiner Führung verzeichnete die Partei einen dramatischen Aufstieg: In den Umfragen kletterte sie von zuvor 2 bis 3 Prozent auf 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Mehr als 700.000 Wähler, viele von den Grünen enttäuscht, wechselten in dieser Zeit zur Linken.
Van Aken führte die Partei gemeinsam mit Ines Schwerdtner an, während Heidi Reichinnek als weitere Spitzenkandidatin bei der Wahl 2025 auftrat. Ihre Zusammenarbeit trug Früchte: Die Linke gewann an Gewicht in der Bundespolitik. Van Akens häufige Auftritte in Talkshows und Interviews halfen der Partei, sich als ernstzunehmende Stimme in der Außenpolitik zu etablieren.
Im Mai 2026 sorgte er für Schlagzeilen, als er damit drohte, vor den Büros des Wohnungsriesen Vonovia gegen illegale Mietpreiserhöhungen zu protestieren. Seine provokanten Aussagen hielten die Partei ständig in der öffentlichen Diskussion. Doch bei seiner letzten Pressekonferenz überraschte van Aken die Journalisten: Er zog hinter einem Tisch eine schwarze Kiste hervor und gestand den Reportern, er und Schwerdtner hätten die Öffentlichkeit zwei Jahre lang „an der Nase herumgeführt“.
Trotz der Kontroverse lobte er Schwerdtner öffentlich für ihre „absolut herausragende Arbeit“ während ihrer gemeinsamen Zeit. Mit seinem Rücktritt wird nun Luigi Pantisano als neuer Parteichef erwartet.
Van Akens kurze, aber prägende Amtszeit brachte der Linkspartei mehr Einfluss und Zustimmung. Sein konfrontativer Stil und seine Medienpräsenz hinterließen Spuren. Jetzt liegt es an Pantisano, diesen Schwung zu nutzen.
