Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein radikaler Protest gegen Markenmacht
Ayten KarzJoe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein radikaler Protest gegen Markenmacht
Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Markenpolitik des Modeunternehmens. Der Schritt folgt auf eine Reihe juristischer Auseinandersetzungen, in denen der Konzern kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen verklagte, die das Wort "BOSS" in ihren Namen verwendeten. Lycetts Ankündigung verbreitete sich rasant in den sozialen Medien, und sein neuer Name war am Wochenende einer der meistdiskutierten Themen auf Twitter.
Der Konflikt eskalierte, nachdem Hugo Boss mehreren Kleinbetrieben, darunter der Brauerei Boss Brewing aus Swansea, Unterlassungsaufforderungen zukommen ließ. Die Brauerei gab rund 11.000 Euro für Anwaltskosten aus, um ihren Namen zu verteidigen. Auch die Hilfsorganisation DarkGirlBoss erhielt eine rechtliche Abmahnung, als sie versuchte, ihren eigenen Namen als Marke eintragen zu lassen.
Das 1924 gegründete Unternehmen Hugo Boss blickt auf eine umstrittene Vergangenheit zurück: Während des Zweiten Weltkriegs produzierte es SS-Uniformen für die Nationalsozialisten – unter Einsatz von Zwangsarbeit. 2011 entschuldigte sich die Marke öffentlich für das in ihren Fabriken während dieser Zeit angerichtete Leid. Trotzdem verzeichnete das Unternehmen 2018 einen Umsatz von über 2,6 Milliarden Euro.
In seiner Sendung Got Your Back nahm Lycett – nun offiziell Hugo Boss – Stellung zur Geschichte des Konzerns und betonte, dass er – im Gegensatz zum Modeunternehmen – "nie Nazi-Uniformen produziert" habe. Zudem kündigte er an, unter seinem neuen Namen ein Produkt auf den Markt zu bringen – eine weitere Provokation gegen die überzogene Markenpolitik des Modegiganten.
Lycetts Namensänderung lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Spannungen zwischen dem markenrechtlichen Vorgehen großer Konzerne und den Folgen für kleinere Organisationen. Während die Geschichte und die juristischen Schritte von Hugo Boss erneut in der Kritik stehen, hat der Protest des Komikers eine breite Debatte ausgelöst. Die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen für die betroffenen Unternehmen bleiben jedoch weiterhin ungelöst.






