John Eliot Gardiner erneut in der Kritik: Chor bricht mit dem Dirigenten
Jessika FröhlichJohn Eliot Gardiner erneut in der Kritik: Chor bricht mit dem Dirigenten
Der klassische Dirigent John Eliot Gardiner steht erneut in der Kritik – diesmal wegen seines Verhaltens beim jüngsten Bach-Festival. Der Vorfall hat die Debatte über sein früheres Fehlverhalten und die Reaktionen der Branche darauf neu entfacht. Sein eigener Chor brach nach dem Ereignis die Zusammenarbeit mit ihm ab, woraufhin Gardiner ein neues Ensemble gründete.
Während des Festivals nahm Gardiner einer Mitarbeiterin während des Schlussapplauses eine Schriftrolle ab und schob sie ihr unter das Hemd. Zunächst wehrte sie sich, nahm die Rolle später jedoch wieder an sich. Gardiner gab später an, von der empörten Reaktion überrascht zu sein, und behauptete, er habe die Rolle lediglich hinter ihre Halskette stecken wollen.
Ein Video des Vorfalls existiert, wurde aber aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Betroffenen nicht veröffentlicht. Es ist nicht das erste Mal, dass Gardiner mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird: Bereits zuvor hatte er sich angeblich für eine Ohrfeige gegenüber einem Bassisten hinter der Bühne in Frankreich entschuldigt.
Der Monteverdi-Chor weigerte sich nach dem jüngsten Vorfall, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten. Daraufhin gründete Gardiner das Constellation Ensemble. Trotz seiner Vorgeschichte wurde er in der klassischen Musikszene oft wieder eingestellt und verziehen. In einer eigenen Stellungnahme deutet Gardiner an, sein Verhalten nicht als unangemessen zu empfinden – was Zweifel an seinem Problembewusstsein aufkommen lässt.
Die Kontroverse wirft erneut Fragen zu Gardiners Umgangsformen und deren Duldung in der Branche auf. Trotz des Bruchs mit dem Chor setzt er seine Karriere fort – nun mit dem neu gegründeten Ensemble. Der Vorfall und seine Reaktion lassen viele an seinem Verständnis für angemessenes Verhalten zweifeln.
