Krankenkassen erhöhen Managergehälter trotz Beitragsanstieg für Mitglieder
Gönül Jacobi JäckelKrankenkassen erhöhen Managergehälter trotz Beitragsanstieg für Mitglieder
Mehrere deutsche gesetzliche Krankenkassen haben im vergangenen Jahr die Gehälter und Boni für ihre Führungskräfte erhöht – und das in einer Phase, in der die Branche mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft und gleichzeitig Zusatzbeiträge für ihre Mitglieder anhebt. Einige Kassen fordern zudem von Leistungserbringern im Gesundheitswesen Einsparungen, während sie die Bezüge ihrer Topmanager aufstocken.
Bei der AOK Hessen erhielten drei Führungskräfte gemeinsam Boni in Höhe von 159.767 Euro. Die Kasse hatte ihren Zusatzbeitrag bereits von 1,6 auf 2,49 Prozent erhöht. Ähnlich verfuhr die Siemens-BKK: Ihr Vorstandsvorsitzender bekam ein Bonus von 47.880 Euro, während der Zusatzbeitrag von 1,7 auf 2,9 Prozent stieg.
Die AOK Niedersachsen zahlte ihren drei Spitzenmanagern Boni zwischen 38.381 und 62.576 Euro. Die AOK Baden-Württemberg erhöhte unterdessen das Gehalt ihrer Vorstandsvorsitzenden Gordana Maršić von 185.000 auf 206.000 Euro und gewährte ihr zusätzlich einen Bonus von 6.938 Euro. Dr. Carola Reimann, Chefin des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Gehalt von 319.400 Euro sowie 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge.
Auch andere Kassen zogen nach: Dirk Harrer, der neue Vorstandsvorsitzende der BKK Firmus, verdiente 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger. Christine Enenkel von der Bahn-BKK sah ihr Gehalt von 178.750 auf 195.000 Euro steigen – inklusive eines Bonus von 44.688 Euro. Michael Lempe von der Handelskrankenkasse (HKK) erhielt eine Gehaltserhöhung von 21.419 Euro, sodass sein Gesamtverdienst nun bei 287.104 Euro liegt.
Peter Kaetsch, Chef von BIG direkt gesund, verdiente 28.750 Euro mehr, während sein Stellvertreter Markus Bäumler ein Plus von 24.050 Euro erhielt.
Die Gehaltserhöhungen und Boni für Krankenkassen-Vorstände stehen in krassem Gegensatz zu den finanziellen Herausforderungen der Branche. Viele Kassen haben die Beiträge für ihre Versicherten erhöht, während sie gleichzeitig bei den Ausgaben für Gesundheitsleistungen sparen. Die Entwicklungen verdeutlichen die anhaltenden Spannungen zwischen Managergehältern und der Bezahlbarkeit für die Beitragszahler.






