Kretschmann stärkt grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich in Forschung und Handel
Gönül Jacobi JäckelKretschmann stärkt grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich in Forschung und Handel
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat einen Besuch in Frankreich begonnen, bei dem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Mittelpunkt steht. Die Reise unterstreicht die engen Verbindungen in Handel, Verteidigung und Forschung zwischen den beiden Regionen. Kretschmann betonte, dass eine engere Zusammenarbeit entscheidend für die globale Wettbewerbsfähigkeit sei.
Auf dem Programm des Ministerpräsidenten stehen Gespräche mit regionalen Politikern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Thematisch geht es dabei um Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie zukunftsweisende Bereiche wie Künstliche Intelligenz und Quantenforschung. Während seines Aufenthalts in der Region Grand Est besuchte er ein Quantenforschungszentrum an der Universität Straßburg.
Frankreich teilt sich mit Baden-Württemberg eine 180 Kilometer lange Grenze – die längste zu allen Nachbarregionen. Zwar liegen keine aktuellen Handelszahlen für die beiden Gebiete vor, doch bleibt Frankreich ein zentraler Wirtschaftspartner. Die Schweiz, ein weiterer Nachbar, ist mit einem Importvolumen von fast 18 Milliarden Euro in diesem Jahr der zweitwichtigste Handelspartner Baden-Württembergs.
Die Reise hat auch symbolische Bedeutung: Kretschmann plant einen Besuch der Gedenkstätte Hartmannswillerkopf im Elsass, die an gefallene Soldaten erinnert. Seit Langem setzt er sich für Freundschaft und Erinnerungskultur ein – besonders in Zeiten wachsender internationaler Spannungen. In fast 15 Jahren Amtszeit unternahm er neun offizielle Reisen nach Frankreich und zehn in die Schweiz.
Es könnte einer seiner letzten Auslandsbesuche als Ministerpräsident sein. Zwar kandidiert er nicht bei der Landtagswahl 2026, doch sind kurz danach noch weitere Reisen ins Ausland denkbar.
Die Reise festigt die Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Frankreich in Handel, Technologie und gemeinsamer Geschichte. Rund 60.000 Menschen pendeln täglich aus dem deutschen Bundesland in die Schweiz – ein Zeichen für die tief verwurzelten grenzüberschreitenden Verbindungen. Kretschmanns Fokus bleibt darauf gerichtet, diese Netzwerke für künftige Herausforderungen weiter zu stärken.