Kult-Weinstube in Mainz-Neustadt schließt nach Jahrzehnten für immer
Gönül Jacobi JäckelKult-Weinstube in Mainz-Neustadt schließt nach Jahrzehnten für immer
Geberts Weinstube in Mainz-Neustadt schließt am 31. Juli 2026 endgültig ihre Türen
Die Entscheidung fällt mit dem Ruhestand der Besitzerin Marianne Gebert, die mit 75 Jahren einen langen Abschnitt für den beliebten Ort in der Nachbarschaft beendet. Ihr Sohn Frank, der die Weinstube seit 2007 führte, bestätigte, dass sich kein Nachfolger finden ließ, der das Geschäft übernehmen könnte.
Die Schließung erfolgt aus persönlichen Gründen und nicht wegen finanzieller Schwierigkeiten. Frank Gebert betonte, dass weder die COVID-19-Pandemie noch die aktuellen Herausforderungen in der Gastronomiebranche die Entscheidung beeinflusst hätten. Die Familie sei nach Jahrzehnten im Beruf einfach an einem Punkt angelangt, an dem sie zurücktreten möchte.
Die Weinstube genoss über die Jahre einen ausgezeichneten Ruf. 2019 kürte das Magazin Feinschmecker sie zum besten "Alltagsrestaurant" in Rheinland-Pfalz. Ihr schlichtes, aber herzhaftes Angebot – von Frank als "gute, ehrliche Küche" beschrieben – zog sowohl Stammgäste als auch prominente Besucher an. 2018 speiste dort sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit der damaligen Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
Bis zum letzten Tag wird die Weinstube ihre Gäste wie gewohnt bewirten. Ein Abschiedsfest ist geplant, Details stehen jedoch noch aus. Über die Zukunft des Gebäudes wurde noch nicht entschieden – sein künftiger Zweck bleibt vorerst ungewiss.
Mit der Schließung endet eine Ära für Mainz-Neustadt. Stammkunden verlieren einen geliebten Treffpunkt, während die Familie Gebert nach Jahren des Engagements einen neuen Lebensabschnitt beginnt. Was mit dem Standort als Nächstes geschieht, bleibt vorerst offen.






