Landkreis Lörrach reformiert ÖPNV-Netz im Markgräflerland grundlegend bis 2026
Jessika FröhlichLandkreis Lörrach reformiert ÖPNV-Netz im Markgräflerland grundlegend bis 2026
Landkreis Lörrach plant umfassende Reform des ÖPNV-Netzes im Markgräflerland
Der Landkreis Lörrach steht vor einer grundlegenden Neugestaltung seines öffentlichen Nahverkehrs im Markgräflerland. Das neue System soll häufigere Busverbindungen, zusätzliche Linien und bessere Anbindungen nach Basel bringen. Damit wollen die Verantwortlichen den deutlichen Rückgang der Fahrgastzahlen der vergangenen fünf Jahre umkehren.
Die Passenger-Zahlen in der Region sanken zwischen 2021 und 2025 um etwa 25 Prozent. Von 4,2 Millionen Fahrgästen im Jahr 2021 fiel die Zahl auf nur noch 2,8 Millionen im Jahr 2022 – vor allem bedingt durch die Pandemie. Zwar gab es eine leichte Erholung, doch 2025 lag die Zahl der Fahrgäste weiterhin bei nur 3,1 Millionen.
Der Kreistag wird am 18. März 2023 über den aktualisierten Nahverkehrsplan und einen neuen Linienbündelvertrag abstimmen. Bei einer Zustimmung würde der Auftrag voraussichtlich an ein Konsortium aus der Regio Verkehrsgesellschaft Oberrhein und der SWEG Bus gehen. Das neue Netz soll am 13. Dezember 2026 an den Start gehen und für einen Zeitraum von fünf Jahren betrieben werden.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören ein stündlicher Takt auf der Linie 255 von Montag bis Freitag, die Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Rümmingen und Lörrach verbindet. Die Linien 200 und 265 werden bis zum Basler Claraplatz verlängert, während die Linie 200 eine geänderte Route durch das Zentrum von Weil am Rhein nehmen wird. Zudem plant der Landkreis, das Netz zu vereinfachen, die Umsteigemöglichkeiten zu verbessern und den Schülerverkehr besser in den regulären Fahrplan zu integrieren.
Bis Dezember 2026 müssen alle Busse mit automatischen Fahrgastzählsystemen ausgestattet sein. Die geschätzten Kosten pro gefahrenen Kilometer liegen bei 4,45 Euro. Der Landkreis Lörrach rechnet für das Jahr 2027 mit einem Subventionsbedarf von rund 4,261 Millionen Euro.
Ziel der Reformen ist es, die Fahrgastzahlen zu steigern und den grenzüberschreitenden Verkehr zu verbessern. Die neuen Verbindungen sollen häufiger fahren und Basel direkter anbinden. Die Investitionen des Landkreises spiegeln das Bestreben wider, den ÖPNV nach Jahren des Rückgangs zu modernisieren.