Landtagswahl in Baden-Württemberg: Frauenanteil steigt leicht – doch der Bundesschnitt bleibt fern
Jessika FröhlichSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Landtagswahl in Baden-Württemberg: Frauenanteil steigt leicht – doch der Bundesschnitt bleibt fern
Baden-Württembergs jüngste Landtagswahl bringt bescheidenen Fortschritt bei der Frauenrepräsentation
Die letzte Landtagswahl in Baden-Württemberg hat moderate Erfolge für die Vertretung von Frauen im Parlament gebracht. Eine kürzliche Wahlrechtsreform zielte darauf ab, den Frauenanteil zu erhöhen, indem die Kandidatennominierung von lokalen Gliederungen auf die Landesparteiführungen verlagert wurde. Die Ergebnisse zeigen einen leichten Anstieg an Abgeordneten, doch das Land hinkt im bundesweiten Vergleich weiterhin hinterher.
Vor 2021 lag die Auswahl der Kandidaten weitgehend in der Hand örtlicher Parteigruppen, die oft langjährige männliche Amtsinhaber bevorzugten. Die Reform übertrug mehr Kompetenzen an die Landesverbände der Parteien und verpflichtete sie, auf eine ausgewogene Geschlechterverteilung zu achten. In der Folge besetzten die Grünen, die CDU und die SPD jeweils die Hälfte der ersten zehn Listenplätze mit Frauen.
Der Frauenanteil im neu gewählten Parlament liegt nun bei 33,8 Prozent – ein Anstieg gegenüber den 32,9 Prozent der vorherigen Legislaturperiode. Diese Zunahme spiegelt einen breiteren, aber ungleichmäßigen Trend über die Parteien hinweg wider. Während Grünen, CDU und SPD in ihren Spitzenrängen Parität erreichten, zeigten andere Parteien weniger Engagement.
Vergleiche mit anderen Bundesländern unterstreichen die zögerliche Entwicklung Baden-Württembergs. 2021 entfielen rund 28 Prozent der vorderen Listenplätze auf Frauen; bis 2026 stieg dieser Wert auf 35 Prozent – und liegt damit unter dem Bundesschnitt von 42 Prozent. Ostdeutsche Länder wie Brandenburg verzeichneten deutlichere Zuwächse: Dort stellen Frauen mittlerweile 52 Prozent der Spitzenkandidatinnen, während westdeutsche Länder wie Nordrhein-Westfalen auf 48 Prozent kommen.
Die Wahl selbst war hart umkämpft. Die Grünen sicherten sich 30,2 Prozent der Zweitstimmen und setzten sich knapp gegen die CDU mit 29,7 Prozent durch.
Die Reform hat zu einer leichten Steigerung des Frauenanteils geführt, doch Baden-Württemberg bleibt hinter vielen anderen Bundesländern zurück. Mit 33,8 Prozent weiblicher Abgeordnete sind die Auswirkungen der Änderungen sichtbar, aber begrenzt. Künftige Wahlen werden zeigen, ob weitere Anpassungen notwendig sind, um die Lücke zu schließen.