14 March 2026, 06:54

Mercedes setzt auf Festkörperbatterien und revolutionäres Recycling für E-Autos

Ein detailliertes technisches Zeichnung von verschiedenen magnet-elektrischen Maschinen und ihren Komponenten, Begleitet von beschreibendem Text.

Mercedes setzt auf Festkörperbatterien und revolutionäres Recycling für E-Autos

Die Technologie für Elektrofahrzeuge entwickelt sich auf mehreren Ebenen weiter – von der Reichweite der Batterien bis hin zu innovativen Recyclingverfahren. Mercedes-Benz hat kürzlich eine Festkörperbatterie vorgestellt, die ein Auto mit einer einzigen Ladung über 1.200 Kilometer weit bringen kann. Gleichzeitig erforschen Wissenschaftler neue Methoden, um kritische Rohstoffe wiederzuverwerten, darunter Seltene-Erden-Magnete, die in Elektromotoren zum Einsatz kommen.

Im Mittelpunkt dieser Bestrebungen steht Jula Lanzer, Entwicklungsingenieurin bei Mercedes-Benz mit Schwerpunkt Materialwissenschaft und Recyclinglösungen. Ihre Arbeit steht im Einklang mit den bevorstehenden EU-Vorschriften, die Automobilhersteller zu einem verstärkten Einsatz recycelter Materialien in der Produktion von Elektrofahrzeugen verpflichten werden.

Mercedes-Benz demonstrierte jüngst das Potenzial von Festkörperbatterien, indem ein EQS für eine rekordverdächtige Reichweite umgerüstet wurde. Das Fahrzeug legte 1.205 Kilometer ohne Nachladen zurück – ein Beleg für die Fortschritte bei Energiedichte und Effizienz. Parallel dazu baut das Unternehmen seine Recyclinginitiativen aus, etwa mit einer Batterierecyclinganlage in Kuppenheim und einer Partnerschaft mit der TSR Group.

Das Recycling von Elektrofahrzeugkomponenten bleibt jedoch eine komplexe Herausforderung. Die Konstruktion von Traktionsmotoren unterscheidet sich je nach Hersteller deutlich, was eine standardisierte Demontage erschwert. Jula Lanzer, die an der Hochschule Aalen Materialographie und Neue Werkstoffe studierte, setzt sich seit ihrem Eintritt bei Mercedes-Benz im Jahr 2022 mit diesen Problemen auseinander. Zuvor leitete sie bei Daimler die Materialentwicklung für Ventiltriebs-Komponenten und führte Schadensanalysen durch – Erfahrungen, die ihr tiefgreifende Einblicke in die Haltbarkeit und Wiederverwendung von Werkstoffen verschafften.

Ein vielversprechender Forschungsbereich sind die Permanentmagnete in Elektromotoren. Der Einsatz von 50 Prozent recycelten Magneten könnte die CO₂-Emissionen im Vergleich zur Neuproduktion um 20 bis 40 Prozent senken. Lanzer geht davon aus, dass die geplanten Quoten des EU Critical Raw Materials Act (CRMA), die ab 2032 gelten sollen, die breitere Nutzung von Sekundärrohstoffen in diesen Magneten fördern werden. Gleichzeitig arbeiten andere Projekte, wie eines an der Bergischen Universität Wuppertal, mit computertomografischen Verfahren an der Optimierung von Batterierecycling-Prozessen.

Obwohl Europa bereits über mehrere Batterierecyclinganlagen verfügt – etwa die Pilotanlage des Unternehmens Umicore im belgischen Hoboken, die jährlich 7.000 Tonnen Lithium-Ionen-Batterien verarbeitet –, gibt es noch kaum großindustrielle Lösungen für das Recycling von Permanentmagneten aus Elektromotoren. Bisher hat sich weder ein klarer Branchenführer noch eine spezialisierte Anlage für diesen Zweck etabliert.

Der Trend zu Batterien mit größerer Reichweite und nachhaltiger Rohstoffbeschaffung prägt die Elektrofahrzeugbranche neu. Der Durchbruch von Mercedes-Benz bei Festkörperbatterien und die laufenden Recyclingkooperationen zeigen Fortschritte in puncto Leistung und Umweltverträglichkeit. Mit den anstehenden EU-Regulierungen wird erwartet, dass der Einsatz recycelter Magnete und anderer Sekundärrohstoffe zunimmt – was die Abhängigkeit von Primärproduktion verringert und gleichzeitig die Emissionen senkt.

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