Mercedes testet Blockchain für transparente CO₂-Bilanz in der Lieferkette
Jessika FröhlichMercedes testet Blockchain für transparente CO₂-Bilanz in der Lieferkette
Mercedes-Benz testet Blockchain-System zur Erfassung von CO₂-Emissionen in der Lieferkette
Der Automobilkonzern erprobt ein auf Blockchain basierendes System, um den Kohlenstoffausstoß über die gesamte Lieferkette hinweg nachzuverfolgen. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, die Transparenz über die direkten Zulieferer hinaus zu erhöhen und die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards zu überwachen. Es baut auf früheren Initiativen auf, bei denen ähnliche Technologien eingesetzt wurden, um Materialien in der Batterieproduktion rückverfolgbar zu machen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Prototypen für eine blockchaingestützte Lieferkette in Auftrag gegeben. Das System erfasst nun den Materialfluss von Rohstoffen wie Stahl, Aluminium und Batteriezellen – allesamt bekannt für ihren hohen CO₂-Fußabdruck. Neben der Produktionsverfolgung zeichnet es auch die damit verbundenen Kohlendioxidemissionen in jedem Verarbeitungsschritt auf.
Parallel zum Testbetrieb finden Workshops mit Zulieferern statt. In diesen Sessions geht es darum, praktische Maßnahmen zur Emissionsreduzierung zu identifizieren und gleichzeitig Daten zu sammeln. An dem Projekt sind ein Batteriezellenhersteller sowie das britische Start-up Circulor beteiligt, das bereits an früheren Blockchain-Versuchen für Batterielieferketten mitgewirkt hatte.
Die gesammelten Daten sollen zeigen, ob die von der Dachgesellschaft Daimler festgelegten Nachhaltigkeitsvorgaben von allen Unternehmen in der Kette eingehalten werden. Bei Erfolg könnte das System die Beschaffungsstrategie zugunsten von Lieferanten verändern, die nachweislich geringere Emissionen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen vorweisen.
Die Initiative ist Teil des Programms Ambition2039, das eine klimaneutrale Pkw-Flotte innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte anstrebt. Die Erprobung soll klären, wie effektiv Blockchain-Technologie Nachhaltigkeit in komplexen Liefernetzwerken durchsetzen kann. Die Ergebnisse könnten künftige Beschaffungsentscheidungen beeinflussen und Lieferanten belohnen, die nachprüfbare Fortschritte bei der Emissionsreduktion vorlegen. Mercedes-Benz plant, die Erkenntnisse zur Weiterentwicklung seiner Klimastrategie zu nutzen.






