Mönchengladbachs Bauboom trotzt dem bundesweiten Wohnungsmangel mit Rekordzahlen
Ayten KarzMönchengladbachs Bauboom trotzt dem bundesweiten Wohnungsmangel mit Rekordzahlen
Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau und setzt damit dem bundesweiten Rückgang in Deutschland etwas entgegen. 2025 wurden in der Stadt fast dreimal so viele Wohnungen fertiggestellt wie im Vorjahr – ein Erfolg, den die Verantwortlichen auf langfristige Planung und gezielte Investitionen zurückführen. Dies geschieht zu einer Zeit, in der Nordrhein-Westfalen die niedrigsten Bauzahlen seit über einem Jahrzehnt verzeichnet.
Die 2023 gestartete Wohnungsbauinitiative der Stadt spielte dabei eine zentrale Rolle. Eine Kapitalerhöhung von 43 Millionen Euro für das städtische Wohnungsbauunternehmen WohnBau beschleunigte die Projekte maßgeblich. Bis 2025 stiegen die Baugenehmigungen für neue Wohnungen um 73,6 %, während die fertigen Wohneinheiten auf 758 kletterten – fast das Dreifache des Vorjahreswerts.
Auch im sozialen Wohnungsbau setzte Mönchengladbach neue Maßstäbe. 2024 gab die Stadt 274 % des ursprünglich veranschlagten Budgets für diesen Bereich aus – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu nur 5 % im Jahr 2021. Im Folgejahr bewilligte sie 43,2 Millionen Euro an Fördermitteln für 218 Sozialwohnungen und erreichte damit fast den Rekordwert des Vorjahres. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner lag die Stadt auf Platz drei der kreisfreien Städte und übertraf den Landesdurchschnitt um 43 %.
Der Kontrast zu Nordrhein-Westfalen könnte kaum größer sein. Landesweit sanken die Fertigstellungen 2025 um 9,4 % auf 37.185 Wohnungen – der niedrigste Stand seit 14 Jahren. Steigende Kreditzinsen und Baukosten gelten als Hauptgründe für den Rückgang, der die landesweite Quote auf 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner drückte. Oberbürgermeister Felix Heinrichs führt den Erfolg Mönchengladbachs auf konsequente Stadtplanung und entschlossenes Handeln zurück.
Mönchengladbachs Bauboom hebt sich damit in einem schwierigen Marktumfeld ab. Durch den Fokus auf Finanzierung, Genehmigungen und sozialen Wohnungsbau gelingt es der Stadt, messbares Wachstum zu erzielen. Nordrhein-Westfalen hingegen kämpft weiter mit Herausforderungen, da die Bautätigkeit auf den niedrigsten Stand seit 2011 gesunken ist.






