Niedersachsen senkt CO₂-Ausstoß um fast 10 % – doch Klimaziele wackeln
Jessika FröhlichNiedersachsen senkt CO₂-Ausstoß um fast 10 % – doch Klimaziele wackeln
Niedersachsen macht große Fortschritte beim Klimaschutz – doch es gibt Warnsignale
Laut dem Rechnungshofbericht 2022 hat Niedersachsen beim Klimaschutz deutliche Erfolge erzielt. Die Region verzeichnete im vergangenen Jahr einen starken Rückgang der CO₂-Emissionen, während gleichzeitig die Kapazitäten für erneuerbare Energien ausgebaut wurden. Nun fordern Verantwortliche verstärkte Anstrengungen, um diesen Schwung beizubehalten.
2023 sank der energiebedingte CO₂-Ausstoß in Niedersachsen auf 51,6 Millionen Tonnen – ein Rückgang um 9,6 Prozent im Vergleich zu 2022 und eine Verringerung um 32,9 Prozent seit 1990. Zudem genehmigte das Land so viele Windkraftanlagen wie nie zuvor und steigerte seine Photovoltaik-Leistung auf etwa 10,5 Gigawatt.
Umweltminister Christian Meyer lobte zwar diese Fortschritte, warnte jedoch vor kommenden Herausforderungen. Er kritisierte mögliche Änderungen in der Bundespolitik, darunter die geplante „Redispatch-Reserve“, die Klimainvestitionen in Höhe von 32 Milliarden Euro gefährden könnte. Zudem äußerte Meyer Bedenken hinsichtlich möglicher Überarbeitungen der Wärmeplanungsvorgaben und des Gebäudeenergiegesetzes.
Das Land hält weiterhin an seinem ehrgeizigen Ziel fest, bis 2025 vollständig auf erneuerbaren Strom umzustellen. Meyer würdigte die Arbeit des neu gegründeten Niedersächsischen Klimarats, der die Klimaschutzmaßnahmen vorantreibt. Als weiteres Leuchtturmprojekt nannte er das SALCOS-Vorhaben der Salzgitter AG, das nach vollständiger Umsetzung jährlich 7,6 Millionen Tonnen CO₂ einsparen könnte.
Der Rechnungshof fordert jedoch noch mehr Engagement, um die positiven Entwicklungen zu festigen. Zwar sinken die Emissionen in Niedersachsen weiter, und erneuerbare Energieprojekte nehmen zu – doch künftige Entscheidungen der Bundespolitik könnten die Erreichung der Klimaziele des Landes beeinflussen.






