NKR schlägt radikale Vereinfachung der Bauvorschriften für günstigeres Wohnen vor
Claudio WiekNKR schlägt radikale Vereinfachung der Bauvorschriften für günstigeres Wohnen vor
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) Deutschlands hat weitreichende Änderungen der Bauvorschriften vorgeschlagen, um auf die steigenden Baukosten und den angespannten Wohnungsmarkt zu reagieren. Der Rat setzt sich für vereinfachte Regelungen ein, darunter ein neues gestuftes System, das grundlegende Standards zum Standard für Neubauten machen soll.
Der NKR will strenge DIN-zertifizierte Verfahren zurückfahren und argumentiert, dass viele technische Anforderungen für Wohngebäude unnötig hoch seien. In Fällen, in denen Vorschriften unklar sind, hat NKR-Präsident Lutz Goebel vorgeschlagen, diese entweder abzusenken oder vollständig zu streichen.
Das geplante System würde drei Qualitätsstufen einführen: Basis, Mittelklasse und Premium. Nach dem Entwurf würde automatisch der „Basisausführungsstandard“ gelten, wobei Baufirmen bei Bedarf höhere Spezifikationen wählen könnten. Diese Empfehlungen erfolgen im Rahmen der fachlichen Beratung des NKR für die Bundesregierung im Vorfeld des neuen Gebäudetyp-E-Gesetzes.
Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig haben bereits die zentralen Punkte für den Gebäudetyp-E-Vertrag skizziert. Das Justizministerium arbeitet nun an einem Gesetzentwurf, der in den kommenden Monaten veröffentlicht werden soll.
Ziel der NKR-Vorschläge ist es, die Baukosten durch Lockerung der technischen Anforderungen an Neubauten zu senken. Falls die Änderungen übernommen werden, würden grundlegende Standards zur Norm, während weiterhin hochwertigere Bauvorhaben möglich wären. Der Regierungsentwurf wird zeigen, wie diese Empfehlungen in der Praxis umgesetzt werden.






