Olympia 2036: Deutschlands Bewerbung zwischen Begeisterung und politischen Hürden
Jessika FröhlichOlympia 2036: Deutschlands Bewerbung zwischen Begeisterung und politischen Hürden
Deutschlands Bewerbung um die Olympischen Spiele 2036 steht vor Unsicherheiten – Städte zeigen gespaltene Haltung
Die deutsche Kandidatur für die Olympischen Spiele 2036 steht vor ungewisser Zukunft, da die Städte unterschiedliche Unterstützung signalisieren. Hamburgs Position bleibt unklar, während Berlins mögliche Bewerbung durch rechtliche Hürden und politische Verschiebungen verzögert werden könnte. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September einen Kandidaten auswählen, doch öffentliche Meinung und anstehende Wahlen könnten das Ergebnis beeinflussen.
Hamburgs Geschichte mit Olympischen Bewerbungen verstärkt die Zurückhaltung. Ende 2015 lehnten die Bürger einen entsprechenden Vorschlag mit 51,6 Prozent der Stimmen ab. Aktuelle Umfragen zeigen nach wie vor eine gespaltene Haltung – eine klare Mehrheit für oder gegen einen neuen Anlauf ist nicht erkennbar. Zudem verlangt das Landesparlament eine Zweidrittelmehrheit, um ein Referendum abzuhalten – eine Hürde, die bisher nicht genommen wurde.
In Berlin läuft derzeit die Initiative für ein Volksbegehren gegen die Olympischen Spiele, unterstützt von der Linken und den Grünen. Allerdings würden rechtliche Fristen eine Abstimmung frühestens 2027 ermöglichen. Bürgermeister Kai Wegner und Sportchef Kaweh Niroomand wiegeln Bedenken ab und argumentieren, das Referendum werde ihre Pläne nicht blockieren. Doch die Landtagswahl am 20. September könnte Berlins Haltung noch vor der DOSB-Entscheidung verändern.
Unterdessen zeigen München und Nordrhein-Westfalen deutlich mehr Begeisterung. Rund zwei Drittel der Befragten in beiden Regionen befürworten eine Bewerbung und bieten dem DOSB damit eine stabilere Option. Die endgültige Wahl am 26. September wird von diesen unterschiedlichen Unterstützungsniveaus in Deutschland abhängen.
Die Entscheidung des DOSB hängt von der sich wandelnden politischen und öffentlichen Stimmung ab. Sollte Berlin ausgewählt werden, könnte ein Referendum 2027 die Bewerbung noch kippen. Hamburgs unklare Haltung und Münchens starke Unterstützung lassen das Ergebnis bis zur Abstimmung Ende dieses Monats offen.






