RAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung für Cassiopeia spitzt Kulturkonflikt zu
Jessika FröhlichRAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung für Cassiopeia spitzt Kulturkonflikt zu
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines langjährigen kulturellen Zentrums, steht auf dem Spiel. Ein Streit um die Bebauungspläne hat sich zugespitzt – Clubs wie das Cassiopeia droht bereits ab nächster Woche die Räumung.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie viel des Areals an der Warschauer Straße und an der Spree für Neubauten genutzt werden soll. Während die einen mehr Wohnraum fordern, bestehen andere auf den Erhalt der historischen Hallen, in denen Clubs und Kulturprojekte beheimatet sind. Dieser Streit schwelt bereits seit über einem Jahrzehnt.
Ursprünglich ein Reichsbahn-Ausbesserungswerk, entwickelte sich das RAW-Gelände später zu einem lebendigen Kulturort. Nun wirft der private Eigentümer, die Kurth Group, der Stadt vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben. Das Unternehmen drängt auf schnellere Genehmigungen für den Bau von Wohnungen.
Als Reaktion demonstrierten Dutzende auf dem Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Mit Livemusik und Reden wurde gegen die Pläne protestiert. Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter des Cassiopeia, startete zudem eine Petition, um den Senat zu weiteren Verhandlungen zu zwingen.
Senat und Bezirk fordern weitere Gespräche. Sie betonen, dass der einzigartige Charakter des Geländes bewahrt werden müsse, ohne die dringend benötigten Wohnungen aus den Augen zu verlieren.
Für den Club Cassiopeia und andere Mieter könnte die Räumung Teile des RAW-Geländes bald Realität werden. Der Konflikt zeigt die Spannung zwischen Stadtentwicklung und Denkmalschutz. Die Verhandlungen gehen weiter – eine Lösung ist jedoch noch nicht in Sicht.
