Recaro Automotive meldet überraschend Insolvenz an – 215 Jobs in Gefahr
Claudio WiekRecaro Automotive meldet überraschend Insolvenz an – 215 Jobs in Gefahr
Recaro Automotive, ein deutscher Hersteller von Hochleistungs-Autositzen, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen reichte seinen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Amtsgericht Esslingen ein – ohne die Belegschaft vorher zu warnen. Betroffen ist ausschließlich die Automobilsparte, während andere Bereiche der Recaro-Gruppe davon unberührt bleiben.
Recaro Automotive betreibt ein Werk in Kirchheim unter Teck, in dem 215 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Sparte ist auf die Produktion hochwertiger Sitze spezialisiert, darunter die optional erhältlichen Sportsitze mit hoher Rückenlehne für den Ford Mustang Dark Horse.
Die finanziellen Probleme des Unternehmens reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück. Johnson Controls, heute bekannt als Adient, hatte Recaro Automotive 2011 übernommen. 2016 gliederte sich Johnson Controls in Adient um, das die Automobilsparte 2020 schließlich an die Detroiter Investmentfirma Raven Acquisitions verkaufte.
Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) hat reagiert und fordert, alle möglichen Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsplätze zu ergreifen. Die Gewerkschaft drängt auf eine nachhaltige Lösung, um die Zukunft der betroffenen Belegschaft zu sichern.
Die Insolvenzanmeldung markiert einen Wendepunkt für die 215 Mitarbeiter von Recaro Automotive. Über das weitere Schicksal des Unternehmens entscheiden nun Verhandlungen zwischen Insolvenzverwaltern, Investoren und Gewerkschaftsvertretern. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden zeigen, ob die Produktion in Kirchheim unter Teck fortgeführt wird oder weitere Einschränkungen drohen.






