Revolution beim Laden: Banula-Projekt macht Roaming-Verträge überflüssig
Claudio WiekRevolution beim Laden: Banula-Projekt macht Roaming-Verträge überflüssig
Ein neues Forschungsprojekt könnte die Bezahlung an öffentlichen Ladesäulen für E-Auto-Fahrer in Deutschland revolutionieren. Das Banula-Vorhaben, geleitet vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, ermöglicht es Nutzern nun, ihre eigenen Stromverträge an Ladestationen zu nutzen. Damit löst es das bisherige Roaming-Modell ab und soll die Abrechnung bundesweit vereinfachen.
Das Banula-Projekt startete als Pilot im Netzgebiet von TransnetBW und wurde inzwischen auf das Netz eines zweiten Übertragungsnetzbetreibers ausgeweitet. Kern des Systems sind "virtuelle Bilanzkreise", ein Konzept, das von der Bundesnetzagentur genehmigt wurde. Damit lassen sich Stromverbrauch und Infrastrukturgebühren getrennt erfassen.
OLI Systems, einer von acht Projektpartnern, verwaltet diese Bilanzkreise in drei der vier deutschen Netzregionen. So können Ladeanbieter in das Banula-Ökosystem eingebunden werden. Eine öffentliche Ladesäule am OLI-Standort in Harthausen, betrieben von Amperfied, ist bereits nach dem neuen Modell in Betrieb.
Das Abrechnungssystem teilt die Kosten in zwei Komponenten auf: eine Gebühr für die Nutzung der Ladeinfrastruktur und eine präzise Messung des verbrauchten Stroms. Dieser Ansatz entspricht dem Durchleitungsmodell der Bundesregierung. In den kommenden Jahren könnten auch andere Übertragungsnetzbetreiber wie Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW ähnliche Systeme einführen – jeweils angepasst an regionale Energieschwerpunkte.
Das Banula-Modell macht Roaming-Verträge überflüssig und erlaubt Fahrern, jede Ladesäule mit ihrem persönlichen Stromvertrag zu nutzen. Die weitere Ausdehnung hängt von der Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Ladeanbietern ab. Bei Erfolg könnte es zum Standard für die Abrechnung von E-Auto-Ladungen in ganz Deutschland werden.






