24 May 2026, 08:23

Rossinis Die Reise nach Reims begeistert mit Gesang und Slapstick

"Il viaggio a Reims" in Salzburg: Eine völlig übertriebene, aufgewühlte Revue

Rossinis Die Reise nach Reims begeistert mit Gesang und Slapstick

Eine mitreißende Aufführung von Die Reise nach Reims brachte das Publikum von den Sitzen. Die Opera buffa aus dem Jahr 1825, komponiert anlässlich der Krönung von König Karl X., vereinte 14 Sänger in einem Wirbelsturm aus verwechselten Identitäten, romantischen Verstrickungen und gesellschaftlichen Turbulenzen. Die Mischung aus gesanglicher Brillanz und slapstickhafter Komik wurde mit tosendem Stehapplaus belohnt.

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Die Handlung spielt im Hotel „Goldene Lilie“, wo adlige Gäste vor ihrer Abreise nach Reims zusammenkommen. Während Intrigen auffliegen und die Liebe unerwartete Wendungen nimmt, glänzt das Ensemble mit atemberaubendem Gesang und akrobatischen Einlagen. Pistolen werden abgefeuert, eine Harfe gerät in Flammen, und die Sänger bewegen sich mit Präzision – alles, ohne die makellosen Arien zu vernachlässigen.

Cecilia Bartolis kristallklare Stimme als Corinna entfachte mit koloraturreichen Feuerwerken die Bühne. Tara Erraught begeisterte als Madame Cortese, ihr Jodeln verlieh der Rolle eine spielerische Note. Edgardo Rochas lyrischer Tenor schwebte als Belfiore dahing, während Dmitry Korchak als Graf Libenskof schwindelerregende Gesangshöhen erreichte. Marina Viotti verlieh der Gräfin Melibea Tiefe, und Mélissa Petit funkelte als Gräfin di Folleville.

Die Anforderungen der Oper waren deutlich: 14 Darsteller, von denen jeder die Ausdauer für ihre unerbittliche Energie mitbringen musste. Von komischen Verwechslungen bis zu romantischen Lösungen balancierte die Inszenierung zwischen Witz, Spektakel und musikalischer Meisterschaft.

Die Vorstellung endete unter donnerndem Applaus, das Publikum erhob sich in begeistertem Beifall. Die Verbindung aus gesanglicher Virtuosität, körperlicher Komik und dramatischem Esprit bestätigte den zeitlosen Reiz des Werks. Für die Anwesenden war der Abend eine Hommage an Rossinis Genie – sowohl musikalisch als auch theatralisch.

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