Streit um Elektroauto-Produktion: Mercedes-Werk Untertürkheim stoppt Überstunden
Claudio WiekStreit um Elektroauto-Produktion: Mercedes-Werk Untertürkheim stoppt Überstunden
Am Mercedes-Benz-Werk in Untertürkheim haben sich die Spannungen verschärft, nachdem der Betriebsrat angekündigt hat, ab dem 1. Juli keine Überstunden mehr zu genehmigen. Im Mittelpunkt des Streits steht die Rolle des Standorts in den Plänen des Konzerns für Elektrofahrzeuge – die Arbeitnehmervertreter fordern eine stärkere Position in der künftigen Produktion.
Am Montag traf sich der Betriebsrat mit der Unternehmensführung, um über die Einbindung des Werks in die Elektroauto-Fertigung zu verhandeln. Die Gespräche endeten jedoch ergebnislos, sodass zentrale Fragen weiterhin ungeklärt bleiben. Die Arbeitnehmervertreter bestehen darauf, dass das Werk mindestens ein Elektromodell produzieren muss, um Arbeitsplätze zu sichern.
Als Druckmittel hat der Betriebsrat nun die Genehmigung von Überstunden gestoppt – ein Schritt, der die Produktion am Standort verlangsamen könnte. Mit rund 19.000 Beschäftigten zählt das Werk zu den wichtigsten Standorten von Mercedes-Benz. Gleichzeitig plant das Unternehmen bis 2022 zehn neue vollelektrische Modelle auf den Markt zu bringen, was Sorgen über die Verteilung der Arbeitsplätze auf die verschiedenen Werke weckt.
Auch Betriebsräte anderer Mercedes-Benz-Standorte unterstützen die Forderung nach einem größeren Anteil an der Elektroauto-Produktion. Die Verhandlungen sollen zwar in der kommenden Woche fortgesetzt werden, doch der Betriebsrat warnt, dass die Zukunft des Werks ohne klare Zusagen ungewiss bleibt.
Der Stopp der Überstundengenehmigungen droht die Produktion in einem der größten Mercedes-Benz-Werke zu beeinträchtigen. Beide Seiten wollen zwar bald wieder verhandeln, doch die Forderungen des Betriebsrats nach einer Beteiligung an der Elektrofahrzeug-Produktion sind weiterhin unerfüllt. Das Ergebnis der Gespräche wird entscheiden, wie das Werk in den Wandel des Unternehmens hin zur E-Mobilität eingebunden wird.






