Stuttgart 21: Milliardengrab mit neuer Rekordverzögerung bis 2031
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 steht nach der Ankündigung einer weiteren schweren Verzögerung erneut in der Kritik. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete es als „nationalen Witz“ und forderte klare Antworten darauf, wann das Vorhaben endlich abgeschlossen wird.
Die Kosten des Projekts haben mittlerweile die Marke von 11 Milliarden Euro überschritten, während sich die wiederholten Rückschläge zu einer nationalen Peinlichkeit entwickelt haben. Ein zentrales Problem betrifft über 1.000 Kilometer falsch verlegter Kabel und Leitungen, die nun komplett ausgetauscht werden müssen. Dieser Fehler entstand, weil die Verlegearbeiten begannen, noch bevor die technischen Pläne für das neue digitale Stellwerkssystem finalisiert waren.
Weitere Mängel zeigen sich bei der Notstromversorgung sowie bei Baufehlern auf Bahnsteigen und Bodenbelägen. Allein die Installation von 450 neuen Signalen wird rund 45 Millionen Euro kosten. Verkehrsminister Winfried Kretschmann und lokale Verantwortliche nannten die jüngste Verzögerung „inakzeptabel“ und verlangten von der Deutschen Bahn volle Transparenz.
Eigentlich sollte Stuttgart 21 bereits 2019 in Betrieb gehen, doch nun wird die vollständige Fertigstellung erst für 2031 erwartet. Das Projekt soll Deutschlands erste vollständig digitalisierte Großbahnstrecke werden, die mit ETCS und digitalen Stellwerken arbeitet. Allerdings werden auch weiterhin Güterzüge ohne ETCS verkehren, sodass in den Außenbereichen konventionelle Signale parallel zur neuen Technik erhalten bleiben müssen.
Die vollständige Inbetriebnahme ist nun für 2031 vorgesehen – zwölf Jahre später als ursprünglich geplant. Während die Kosten und Verzögerungen weiter steigen, fordern Politiker und Behörden Konsequenzen. Stuttgart 21 bleibt ein Prüffall für die digitale Modernisierung des Schienennetzes in Deutschland.






