Vom Gefängnis zum lebendigen Stadtquartier: Braunschweigs mutige Pläne für den Rennelberg
Gönül Jacobi JäckelVom Gefängnis zum lebendigen Stadtquartier: Braunschweigs mutige Pläne für den Rennelberg
Ein ehemaliges Gefängnis in Braunschweig steht in diesem Sommer vor einer vorübergehenden Verwandlung. Im Juni wird das Gelände das Theaterformen-Festival beherbergen und einen Ausblick auf seine mögliche Zukunft geben. Unterdessen haben Studierende der TU Braunschweig bereits langfristige Nutzungskonzepte für das Areal entwickelt.
2018 beschloss der Verwaltungsausschuss der Stadt, einen Bebauungsplan für das Gelände des Gefängnis Rennelberg und seine Umgebung zu erarbeiten. Ziel war es, aus dem Bereich ein neues Stadtquartier zu machen. Seitdem haben Studierende des Instituts für Städtebau und Entwurfsmethodik der TU Braunschweig frische Ideen für die Neugestaltung des Geländes ausgearbeitet.
Ein Wettbewerb kürte drei Siegerentwürfe. Franziska Heininger und Johannes Quirin erhielten den ersten Preis für Von Mauern zu Gemeinschaft. Ihr Entwurf sieht ein offenes Wohnviertel mit symmetrischen Wegen vor, die zu einem zentralen Platz führen – gedacht als kreativer Campus. Adriana Gens und Mareike Meier gewannen den zweiten Preis mit Gefängnis Rennelberg: Wenn Barrieren fallen, das sich auf großzügige Innenhöfe und einen "Klimawald" entlang eines zentralen Weges konzentriert. Sarah Suttner López und Robert Sievert belegten den dritten Platz mit Nachbarschaft statt Gefängnis und schlagen einen neuen Kanal (Rennelbergtwete), einen öffentlichen Platz (Rennelbergplatz) sowie eine Quartiersgalerie vor, die bestehende Gebäude erhält und kleinteiliges Wachstum fördert.
Die Studierendenentwürfe sind derzeit im Foyer des zweiten Obergeschosses des historischen Braunschweiger Rathauses ausgestellt und können noch bis zum 20. Mai besichtigt werden. Mit konkreten Bauarbeiten wird jedoch noch nicht begonnen, da die Stadt auf den Ausgang des laufenden Verkaufsverfahrens für das Gefängnisgelände wartet.
Zunächst wird das ehemalige Gefängnis Rennelberg im Juni als Festivalort seine Türen öffnen. Das Theaterformen-Festival wird dem Ort vorübergehend Leben einhauchen. Fürs Erste bleiben die Studierendenvorschläge Visionen – praktische Schritte hängen vom Verkauf des Geländes und künftigen Planungsentscheidungen ab.






