26 April 2026, 06:25

Warum Deutschlands Atomausstieg die Stromimporte überraschend nicht steigerte

Offenes Buch mit dem Titel "Europas Warnstück oder gute Nachricht für Großbritannien" auf der Seite.

Warum Deutschlands Atomausstieg die Stromimporte überraschend nicht steigerte

Deutschlands Atomausstieg nach Fukushima: Wie die Energiewende die Importe wider Erwarten nicht erhöhte

Die Entscheidung Deutschlands, nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen, löste eine Debatte über Energieimporte aus. Kritiker warnten, das Land werde künftig stärker auf Atomstrom aus dem Ausland angewiesen sein. Doch Daten und Experten widerlegten diese Annahme später – die Realität sah anders aus.

Der Wandel begann abrupt im März 2011, als innerhalb einer Woche nach der japanischen Krise fast die Hälfte der deutschen Atomkraftwerke vom Netz genommen wurde. Bereits vor Fukushima hatte Deutschland laut dem Energiefachverlag Montel eine Überkapazität bei der Stromerzeugung. Als acht der 17 Reaktoren abgeschaltet wurden, wuchs die Sorge, das Land müsse mehr Atomstrom aus Nachbarländern wie Frankreich oder Tschechien importieren.

Im September 2011 berichtete Der Spiegel, Deutschland beziehe Kernenergie aus Tschechien, während Österreich angeblich billige Atomstromimporte als teurere Exporte umdeklariert habe. 2013 stoppte Österreich jedoch komplett den Import von Atomstrom und schloss diese Route damit endgültig.

Trotz der Abschaltungen blieb der Stromhandel mit den Nachbarländern stabil. Deutschland vermeidet nicht nur erhöhte Atomimporte, sondern steigerte sogar seine Stromexporte. Zwischen 2011 und 2013 blieb das Land Netto-Stromexporteur und verkaufte Überschüsse ins Ausland.

Experten wie Craig Morris wiesen die These zurück, Deutschland werde mehr Atomstrom importieren, und bezeichneten sie als physikalisch unmöglich. Atomkraftwerke laufen mit nahezu konstanter Leistung und können nicht flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren. Diese Unflexibilität machte großangelegte Atomimporte zu einer unwahrscheinlichen Lösung für Deutschlands Energiebedarf.

Der Atomausstieg führte somit nicht zu einer größeren Abhängigkeit von ausländischem Kernstrom. Stattdessen festigte Deutschland seine Position als Netto-Stromexporteur. Die Diskussion zeigte, wie komplex Energiemärkte sind – hier spielten Überkapazitäten und die starre Stromerzeugung der AKW eine größere Rolle als befürchtete Engpässe.

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